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Frieda Wurmser

Schützenstrasse, 1911

Schützenstr. 38

HIER WOHNTE
FRIEDA WURMSER
* 6. September 1894
FLUCHT 1939
SCHOTTLAND und USA

Frieda Wurmser wurde 1894 als viertes von fünf Kindern von Lehmann Wurmser (*05.03.1860, +11.11.1937) und Klara, geb. Essinger, (*23.10.1864, +25.05.1937) geboren. Die Eltern hatten am 2. Februar 1887 geheiratet.
Ihre anderen Kinder waren:

  • Mathilde *26.03.1889, +03.02.1948, heiratete 1913 Adolf Gundelfinger, Kinder: Lilly (*29.06.1914), Gertrut (*25.04.1916), Manfred (*15.11.1917, + 2011 in New York); alle Kinder ziehen am 4.11.1926 nach Ulm.
  • Otto *19.12.1890, +24.10.1929.
  • Lene *1892, +1914.
  • Fritz *28.05.1898, +13.02.1956 in Neu-Ulm, Beruf: Kaufmann und Helfer in Steuersachen, Vers.Agent. Fritz heiratete die evangelische Katharina Zoller am 27.12.1921 und trat in der Folge aus der jüdischen Gemeinde aus. Das Ehepaar hatte ein Kind: Ingeborg Wurmser (*23.10.1922 in Nürnberg,  01.11.1945 Umzug mit den Eltern nach Weißenhorn, verstorben am 6.8.2002 in Neu-Ulm, Grabstein auf dem Neu-Ulmer Friedhof)

1898 ließ der Vater für die Familie ein Haus in der Schützenstraße 38 erbauen, das auch Standort seines Baumwollwarengeschäftes „Wurmser & Cie.“ wurde. Nach dem Tod der Eltern 1937 wurde das Haus an die Familie Breitenbacher verkauft. In den späten 30ern lebten dort noch Frieda und ihr jüngster Bruder Fritz Wurmser mit seiner Familie. Frieda wohnte in einer 2-Zimmer-Wohnung in Untermiete bei der Familie Loewy. Vermutlich war beim Verkauf des Hauses eine besondere Vereinbarung mit den Breitenbachers getroffen worden, da Frau Wurmser keine Miete zahlen musste.

Die neuen Besitzer stellten die Räume der Deutschen Arbeitsfront (DAF) zur Miete in Aussicht, was jedoch noch im Mai 1939 aufgrund der dort wohnenden Juden scheiterte. Deshalb sollten die verbliebenen jüdischen Mieter entsprechend den Vorschriften in einem anderen Haus untergebracht werden. Im Zuge der Arisierung musste Frieda Wurmser im Juni 1939 in das Haus Hindenburgstraße 34 (heute Augsburger Straße) der Familie Bissinger zur jüdischen Familie Neumann ziehen.

Am 30. Juli 1939 verzog sie zunächst nach Edinburgh und von dort weiter nach New York, wo sie am 10. September 1940 zusammen mit ihrem Onkel Leopold mit dem Schiff Cameronia ankam. Die Familie ihrer Schwester Mathilde emigrierte 1940 ebenfalls in die USA.

Ihr Neffe Manfred Gundell heiratete 1948 Edith Sondheimer aus Beerfelden (Odenwald), die heute noch in Bridgewater/New-Jersey lebt. Schwester Mathilde verstarb am 3. Februar 1948 in New York. Eine Friedel Keizer, geb. Wurmser, verheiratet mit Eduard Keizer, ist unter den trauernden Angehörigen. Ob es sich dabei um Frieda Wurmser handelt, konnte nicht mit 100%iger Sicherheit festgestellt werden, es liegt aber nahe.

Quellen:

  • Stadtarchiv Neu-Ulm:
    - A01, Nr. 8723, 7844, 7845, 7846, 8043, 8529.
    - A02, Baugesuche I, Nr. 608.
    - A09 Meldekarten.
    - Adressbücher von Neu-Ulm.
    - E-NSC 38, Treu, Barbara (Hrsg.), Stadt Neu-Ulm, 1869-1994, Ulm 1994.
    - E-NSC 81, Teuber, Edwin, Ortsfamilienbuch der Stadt Neu-Ulm, Neu-Ulm 1979.

  • National Archives von New York City und Passagierlisten 1940.
  • freepages.genealogy.rootsweb.ancestry.com