Haupt Inhalt

Stadt Neu-Ulm untersucht Boden im Quartier Vorfeld

Im Vorfeld gibt es Altlasten aus der Zeit der us-amerikanischen Stationierung / Stadt lässt Bodenproben auswerten

Das Neu-Ulmer Jugendhaus im Vorfeld

Die Stadt Neu-Ulm hat im Quartier Vorfeld Oberbodenproben zur weiteren Untersuchung entnehmen lassen – darunter auch im Bereich des Jugendhauses.

1. April 2020   –   Im Neu-Ulmer Quartier Vorfeld befinden sich Altlasten im Erdreich. Diese stammen noch aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und der Stationierung der us-amerikanischen Streitkräfte in der Stadt. Betroffen ist der Bereich südlich der Steubenstraße, zwischen Riedstraße und Bradleystraße. Um nähere Erkenntnisse über die Altlasten und deren Auswirkungen zu erhalten, hat die Stadt Detailuntersuchungen beauftragt.

Bei Untersuchungen des Oberbodens Ende Oktober 2019 wurden auf Teilflächen des betreffenden Gebiets Prüfwertüberschreitungen für den potentiell krebserregenden Stoff Benzo(a)pyren festgestellt. Dieser lässt sich vermutlich auf Teer- und Schlacke-Einlagerungen aus der seinerzeit von der US-Army aufgebrachten Deckschicht im betreffenden Bereich zurückführen

Die Untersuchungen haben ergeben, dass von der Altlast keine akute Gefährdung ausgeht. Die gemessenen Konzentrationen bewegen sich nach Einschätzung und Aussagen der beteiligten Fachbehörden (Landratsamt Neu-Ulm, Gesundheitsamt Neu-Ulm, Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) in einem relativ niedrigen Bereich nahe der Prüfwerte. Werden Prüfwerte überschritten, ist es jedoch angebracht, vertiefte Untersuchungen vorzunehmen. Die Stadtverwaltung hat daher – auch im Rahmen ihrer Fürsorgepflicht – am 20. und 24. März 2020 Oberbodenproben zur näheren Untersuchung entnehmen lassen. Im Fokus standen hierbei die von Kindern bespielten und genutzten Flächen. Hierbei handelt es sich um das Gebiet des Jugendhauses, um den Spielplatz Vorfeld sowie die Grundstücke der Kindertagesstätten Zachäus-Nest und Sankt Nikolaus.

Mit der Oberbodenentnahme soll vorranging geklärt werden, ob der Schadstoff Benzo(a)pyren im Falle einer oralen Aufnahme vom Boden für Kinder wie für Erwachsene schädlich sein könnte. Die Ergebnisse der Oberbodenproben sollen zudem zeigen, ob eine Sanierung der betreffenden Flächen notwendig und sinnvoll ist. Sanierungsmaßnahmen könnten beispielsweise ein Bodenaustausch oder die Aufbringung von unbelastetem Boden sein.

Die Verantwortlichen der beiden betroffenen Kindertagesstätten wurden im Vorfeld über die Situation informiert.
Die Ergebnisse der Untersuchungen liegen voraussichtlich bis Mai/Juni 2020 vor. Die Stadtverwaltung wird über die Ergebnisse und auch das weitere Vorgehen informieren.

Weitere Hintergründe:
Die Stadt Neu-Ulm beteiligte sich im Jahr 2017 am Architektenwettbewerb EUROPAN 14, um städtebauliche Ideen für die Zukunft des Stadtquartiers „Vorfeld“ zu sammeln. Das betreffende Gebiet erstreckt sich im Bereich südlich der Steubenstraße bis zur Riedstraße und wird im Osten von der Bradleystraße begrenzt. Bei diesem Bereich handelt es sich um einen Teilbereich des mit kriegsbedingtem Bauschutt verfüllten ehemaligen Schussfelds der Glacis-Anlagen. Im Gebiet bestehen großflächige Auffüllungen unterschiedlicher Mächtigkeit. In den 1950-iger Jahren wurde von der US-Army eine Deckschicht aufgebracht. Im zentralen Bereich des Jugendhauses befindet sich zudem eine ehemalige Kiesgrube, die bis 1944 mit anthropogenen Abfällen verfüllt wurde (Bauschutt, Metallreste, Schlacke, Keramikreste und sonstiger Hausmüll).
Das Wissen um die vorhandenen Altlasten hatte zur Folge, dass die Stadt Neu-Ulm im Rahmen des Europan-Wettbewerbs genauere Untersuchungen beauftragt hat.