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Der scheue Star bleibt länger

„Renée Sintenis. Pionierin der Bildhauerei“ im Edwin Scharff Museum bis 17. Januar 2021 verlängert

Ausstellungsraum in der Sonderausstellung

Blick in die Sonderausstellung „Renée Sintenis. Pionierin der Bildhauerei“. (Foto: Nik Schölzel, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020)

22. September 2020   –   Viele Telefonate, viele Entwürfe, banges Warten und schließlich eine glückliche Museumsdirektorin: Dr. Helga Gutbrod, die Leiterin des Edwin Scharff Museums am Neu-Ulmer Petrusplatz war der Meinung, dass die Einschränkungen der Corona-Pandemie in den zurückliegenden Monaten es unmöglich machten, der Ausnahme-Künstlerin Renée Sintenis und ihrer Kunst den ihr würdigen Rahmen zu bieten und sie in der Region angemessen vorzustellen. So machte sich Gutbrod dran, die Verantwortlichen der Folge-Ausstellung zu kontaktieren und eine Verlängerung der Sintenis-Ausstellung zu erreichen.

Mit dem Foto-Künstler James Mollison, der als nächstes zu sehen gewesen wäre, vereinbarte sie, seine Ausstellung „James Mollison. Where Children Sleep“ Mitte 2021 zu zeigen. Und das Allerwichtigste: Die Leihgeber der Werke von Renée Sintenis stimmten einer Verlängerung zu. So kann „Renée Sintenis. Pionierin der Bildhauerei“ noch bis zum 17. Januar 2021 gezeigt werden.

Die Zeitgenossin Edwin Scharffs – gemeinsam wurden sie 1931 ehrenhalber zusammen mit Ernst Ludwig Kirchner, Mies van der Rohe und anderen in die Akademie der Preußischen Künste Berlin aufgenommen – wird weiterhin präsentiert. Es werden Vermittlungsformate für Schulen angeboten, der beliebte Literarische Spaziergang fortgeführt, kunsthistorische Gespräche in der Ausstellung für bis zu acht Personen angeboten und Neues konzipiert um, wie Gutbrod sagt „auf ihr großartiges Werk ebenso wie auf ihre Vorbild-Funktion als eine der ersten Bildhauerinnen Deutschlands aufmerksam zu machen.“ „Unsere Besucherinnen und Besucher sind begeistert von Werk und Künstlerin und sehr angetan von unserer Ausstellungsgestaltung und Vermittlung“, so die Museums-Chefin. „Dieses Erlebnis möchten wir noch mehr Besuchern ermöglichen, jetzt wo die Menschen wieder mehr Appetit auf Kultur und Kunst haben und reisefreudiger sind“.
 

Über Renée Sintenis

Das scheue junge Mädchen Renée Sintenis (1888 – 1965), das zu einer ein Meter achtzig großen Frau heranwuchs, gilt als eine der erfolgreichsten Künstlerinnen der Zwanziger Jahre. Zudem wurde die Wahl-Berlinerin als „neue Frau“ zu einer Ikone der Weimarer Republik. Als eine der ersten Frauen widmet sie sich professionell der Bildhauerei und wird vor allem durch ihre kleinformatigen Tierplastiken bekannt. Ihre Sportlerdarstellungen sprühen vor Dynamik und halten die Sportbegeisterung der Zeit fest. Eindrückliche Selbstbildnisse und die charaktervollen Porträts von Freunden, zu denen der Dichter Joachim Ringelnatz zählt, befördern das Interesse an ihrem künstlerischen Werk. Sintenis gehört zur ersten Generation der Bildhauerinnen, die sich in einer von Männern dominierten Kunstwelt behaupteten, mehr noch: großen Erfolg hatte.
 

Infos zur Ausstellung

Die Sonderausstellung zu Renée Sintenis ist dienstags und mittwochs von 13 bis 17, donnerstags und freitags von 13 bis 18 und samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Auch die Ständigen Sammlungen zu Edwin Scharff und Ernst Geitlinger sind geöffnet. Ebenso ist das Kindermuseum ist mit einem speziellen Hygiene-Konzept geöffnet. Details dazu finden sich auf der Website des Museums unter www.edwinscharffmuseum.de. Montags bleibt das Museum geschlossen.

Nach Sintenis wird vom 6. Februar bis zum 6. Juni 2021 die Ausstellung „Ziemlich beste Freunde“ über die Künstlerfreundschaft von August Macke und Hans Thuar gezeigt.

Edwin Scharff Museum
Petrusplatz 4
89231 Neu-Ulm

Tel. 0731-7050-2555