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Ausstellung zum Jahrestag der Bombardierung Neu-Ulms ist jetzt digital

Ein Laptop, auf dem Bildschirm wird die Startseite der neuen digitalen Ausstellung "Ende // Anfang: Neu-Ulm 1945" angezeigt.

Die Ausstellung "Ende // Anfang: Neu-Ulm 1945" ist ab sofort wieder zugänglich - undzwar online.

8. April 2020   –   Vor 75 Jahren wurde die Stadt Neu-Ulm bei Luftangriffen der alliierten Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Das Neu-Ulmer Stadtarchiv hat anlässlich des Jahrestages die umfangreiche Ausstellung „ENDE // ANFANG: Neu-Ulm 1945“ konzipiert, die Anfang März in der Neu-Ulmer Stadtbücherei eröffnet wurde. Leider hat die Corona-Pandemie für ein jähes und verfrühtes Ausstellungsende gesorgt. Die Stadtbücherei musste zum 17. März vorerst schließen, ebenso wie alle anderen städtischen Einrichtungen.

„Die Ausstellung hat den Nerv der Neu-Ulmerinnen und Neu-Ulmer getroffen. Das Interesse war groß, wir haben sehr viele positive Rückmeldungen erhalten. Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich auch gemeldet, weil sie die Ausstellung noch nicht besucht hatten, sie aber gerne noch sehen wollten“, sagt die Leiterin des Neu-Ulmer Stadtarchivs, Larissa Ramscheid.

Um die Ausstellung auch weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, haben Ramscheid und ihr Team nach einer digitalen Lösung gesucht – und diese schließlich auch gefunden: Gemeinsam mit der Grafikerin Lioba Geggerle und dem Programmierer Friedhelm Marcath wurden die Inhalte der Ausstellung digital aufbereitet und auf einer neuen Website eingebunden. Die Ausstellung kann ab sofort online über den Link www.nu1945.neu-ulm.de besucht werden.

Der virtuelle Ausstellungsbesuch startet mit einem Zeitstrahl der Kriegsjahre 1939 bis 1945, auf dem die Angriffe auf die Doppelstadt Ulm/Neu-Ulm angegeben sind. Von hier aus kann sich der Besucher der Seite chronologisch zu zahlreichen Hintergrundinfos und Bildergalerien weiterklicken – von der Materialbeschaffung zu Kriegsbeginn, über  die verheerenden Angriffe während des Krieges, die Aufräumarbeiten und den Wiederaufbau bis hin zu den Spuren, die bis heute in der Stadt zu finden sind.

Auch für das Rahmenprogramm zur Ausstellung, das nur teilweise stattfinden konnte, hat sich das Stadtarchiv bereits Lösungen überlegt. So soll das Erzählcafé mit dem Zeitzeugen Eugen Weimar noch zum Nachlesen auf der Website eingearbeitet werden. Auf sehr große Resonanz stieß zudem die Stadtführung „Seltsam verschachtelt – Kriegszerstörung heute noch ablesbar“, deren Folgetermine nicht mehr durchgeführt werden konnten. Bei der Führung zeigten Larissa Ramscheid und Peter Liptau vom Stadtarchiv in der Neu-Ulmer Innenstadt Zeugnisse aus der Zeit. Das Stadtarchiv-Team hofft, die Führung zu einem späteren Zeitpunkt erneut anbieten zu können. Und auch der Teil der Ausstellung, der sich außen an der Fassade der Stadtbücherei befindet, wird noch länger dort zu sehen sein.