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Hedwig Kaspar feiert 100. Geburtstag

Die Jubilarin sitzend auf einem Stuhl, links und rechts neben ihr Bürgermeisterin Schäufele und Landrat Freudenberger

Foto: Stadt Neu-Ulm

5. August 2019   –   Am vergangenen Donnerstag, 1. August, feierte Hedwig Kaspar aus Neu-Ulm gemeinsam mit ihrer Familie ihren 100. Geburtstag. Neu-Ulms dritte Bürgermeisterin Rosl Schäufele und Landrat Thorsten Freudenberger besuchten die Jubilarin und brachten Geschenke und Glückwünsche der Stadt und des Landkreises sowie Grüße des bayerischen Ministerpräsidenten.

Hedwig Kaspar, geborene Hess, ist waschechte Neu-Ulmerin. Aufgewachsen ist sie auf dem Maierhof, wo sich heute der SV Offenhausen befindet. Schon als Mädchen half sie viel in der Landwirtschaft mit oder zum Beispiel auch beim Honigschleudern auf dem Hof.

Bereits als Jugendliche begann dann ihre Zeit als „Donauschifffahrtskapitänin“, wie sie sich lachend bezeichnet: Bis Mitte der vierziger Jahre brachte eine Donaufähre Neu-Ulmer vom Maierhof in die Friedrichsau nach Ulm und umgekehrt. Die Seilfähre gehörte der Familie und als sozusagen Not am Mann war, packte Hedwig Kaspar mit an und übernahm bei Bedarf das Ruder. „Es gab am Donauufer in Neu-Ulm und drüben in Ulm ein Glöckchen und wenn jemand rüber wollte und geklingelt hat – dann bin ich gekommen“, erzählt die damalige Bootsführerin. In den dreißiger und frühen vierziger Jahren brachte sie so zahlreiche Personen trockenen Fußes vom bayerischen ans württembergische Ufer und zurück.

„Ich habe auch viele Soldaten befördert. Und an einem bin ich schließlich hängen geblieben und habe es nie bereut“, erzählt Hedwig Kaspar und lacht. 1941 fand die Hochzeit statt und Ende 1942 kehrte ihr Mann wohlbehalten aus dem Krieg zurück.

Bei der Bombardierung im März 1945 auf Neu-Ulm traf es auch den Maierhof, der komplett niederbrannte. Die gesamte Familie fand ihr neues Zuhause in Pfuhl, wo Hedwig Kaspar bis heute lebt.

Nach ihrer Zeit auf der Donaufähre widmete sie ihre Zeit am liebsten dem Haus und dem eigenen Obst- und Gemüsegarten und ging gerne mit ihrem Mann auf die schwäbische Alb zum Wandern. Ihren Mann hat Hedwig Kaspar nach einem Schlaganfall viele Jahre gepflegt, ehe er 1995 starb.
Über ihr hohes Alter sagt die Jubilarin dankbar: „Ich habe keinen Grund zur Klage. Man darf wirklich dankbar sein, wenn man so alt ist wie ich.“

Ihren 100. Geburtstag feierte sie mit ihrer Familie, zu der zwei Kinder, fünf Enkel und mittlerweile sechs Urenkel gehören.