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Stadt befragt Bewohner und Eigentümer der Innenstadt und des Vorfelds

Vorbereitende Untersuchungen mit Onlinebefragung vom 26. März bis 21. April / 9.000 Haushalte werden angeschrieben

Luftbild mit dem Untersuchungsbereich der vorbereitenden Untersuchungen in der Neu-Ulmer Innenstadt und im Quartier Vorfeld

Der Untersuchungsraum der Vorbereitenden Untersuchungen in der Innenstadt und im Vorfeld

22. März 2021   –   Wie können sich die Neu-Ulmer Innenstadt und das Quartier Vorfeld in den kommenden Jahren städtebaulich entwickeln? Welche städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen soll es geben? Um diese und ähnliche Fragen zu beantworten, führt die Stadt Neu-Ulm sogenannte „Vorbereitende Untersuchungen“ (VU) in der Innenstadt und im Vorfeld durch. Hierbei sind alle Bewohner und Eigentümer aus dem Vorfeld und der Innenstadt dazu aufgerufen, sich im Zeitraum vom 26. März bis zum 21. April an einer Onlinebefragung der Stadtverwaltung zu beteiligen. Entsprechende Informationsschreiben werden in der kommenden Woche an alle Eigentümer und Haushalte verteilt.

Die breit angelegte Befragung, bei der rund 9.000 Haushalte angeschrieben werden, ist aufgeteilt in einen Frageteil für Bewohner und einen Teil für Eigentümer. Die Stadt möchte von Bewohnern unter anderem wissen, wie sie das Angebot an Parkplätzen, Grünflächen oder Einkaufsmöglichkeiten in ihrem Quartier einschätzen. Auch die Anbindung an den ÖPNV, die Möglichkeit für Nachbarschaftskontakte, Vereinsangebote oder aber das Image ihres Wohnumfelds wird abgefragt.

Eigentümer werden unter anderem nach der Hauptnutzung und dem Zustand ihrer Gebäude oder aber zu geplanten Sanierungen oder verändernden Maßnahmen befragt.

Die Rückmeldungen fließen in die vorbereitenden Untersuchungen ein. So kann die Stadtverwaltung die aktuelle Situation vor Ort ermitteln und auch die städtebaulichen, strukturellen und sozialen Verhältnisse innerhalb der Gebiete erheben. Kurz: Die Stadt möchte sich einen umfassenden Überblick über die Quartiere verschaffen und so die Notwendigkeit und Umsetzbarkeit von städtebaulichen Sanierungsmaßnahmen festlegen.  

Das Ergebnis der vorbereitenden Untersuchungen ist am Ende ein Rahmenplan mit konkreten Maßnahmenvorschlägen und einer Kosten- und Finanzierungsübersicht für eine schrittweise Umsetzung von Sanierungen in den kommenden Jahren.
 

Was bedeutet „Vorbereitende Untersuchungen“?

„Vorbereitende Untersuchung“ ist ein Fachbegriff aus der Stadtplanung. Um als Stadt Fördermittel aus einem Städtebauförderprogramm zu bekommen, müssen geplante Sanierungsmaßnahmen gemäß Baugesetzbuch innerhalb eines förmlich festgelegten Sanierungsgebietes liegen. Bevor jedoch ein neues Sanierungsgebiet beschlossen werden kann, sieht das Gesetz die Durchführung von sogenannten „vorbereitenden Untersuchungen“ vor.
 

Warum sind die vorbereitenden Untersuchungen in Neu-Ulm jetzt nötig?

In Neu-Ulm gibt es bisher vier städtebauliche Sanierungsgebiete: im Zentrum, in der östlichen Innenstadt, im Zentrumsbereich-Süd und im Vorfeld/Wiley-Nord. Diese Sanierungsgebiete sind durch Satzungen festgelegt. Da die Gebiete alle vor dem 1. Januar 2007 rechtskräftig wurden, sieht das Baugesetzbuch vor, dass sie Ende 2021 aufgehoben werden müssen. Bis zur Aufhebung Ende des Jahres sind jedoch noch nicht alle Sanierungsziele erreicht. Anliegen der Stadtverwaltung ist es deshalb, die städtebaulichen Ziele neu zu definieren und hierfür einen Rahmenplan mit konkreten Maßnahmen für die kommenden 10 bis 15 Jahre zu erarbeiten. Sofern die Regierung von Schwaben die im Rahmenplan enthaltenen Maßnahmen als förderfähig einstuft, können zur Finanzierung Mittel aus Programmen der Bund-Länder-Städtebauförderung abgerufen werden.
 

Umfassende Beteiligung

Nachdem eine städtebauliche Sanierung sowohl auf öffentliche als auch auf private Maßnahmen ausgerichtet ist, soll die Sanierung möglichst frühzeitig mit den Eigentümern, Mietern, Pächtern und sonstigen Betroffenen erörtert werden. Die Betroffenen sollen bewusst einbezogen und auch hinsichtlich der Sanierungsmöglichkeiten und der erforderlichen baulichen Maßnahmen beraten werden. Auch öffentliche Aufgabenträger werden befragt.

Für die VU „Innenstadt und Vorfeld“ hat die Stadt Neu-Ulm unter Berücksichtigung coronabedingter Einschränkungen ein spezielles Beteiligungskonzept entwickelt.
Dieses sieht unter anderem vor:

  • Frühzeitige Eigentümer- und Bewohnerbefragung als Onlinebeteiligung
  • Befragung von Trägern sozialer Projekte im Untersuchungsraum
  • Integration der vorgebrachten Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern zur Innenstadt und zur Südachse aus dem Beteiligungsprozess zum ISEK Neu-Ulm (Integriertes Stadtentwicklungskonzept)
  • Förmliche Beteiligungsverfahren für die Öffentlichkeit anhand einer Auslegung des noch auszuarbeitenden Rahmenplans und Anhörung der öffentlichen Aufgabenträger

„Für uns als Stadt ist es sehr wichtig, dass sich möglichst viele Bewohnerinnen und Bewohner sowie Eigentümerinnen und Eigentürmer an der Umfrage beteiligen. Denn nur so erhalten wir einen umfangreichen Überblick über die Situation in den beiden Gebieten Innenstadt und Vorfeld“, sagt Neu-Ulms Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger.

Die Teilnahme an der Untersuchung ist personalisiert. Die personenbezogenen Daten dienen jedoch lediglich der projektbezogenen Auswertung. „Unser Ziel ist es, die Bewohner und Eigentümer frühzeitig zu beteiligen, sobald Veränderungen in den Quartieren anstehen“, erläutert der Leiter der Neu-Ulmer Stadtplanung, Jörg Oberle. Nach Auswertung und Abschluss des Projekts werden die Daten selbstverständlich wieder gelöscht.
 

Online-Fragebogen

Der Online-Fragebogen ist bis einschließlich 21. April unter folgendem Link abrufbar:
https://nu.neu-ulm.de/de/stadt-politik/stadtentwicklung/stadtplanung/vorbereitende-untersuchungen/onlinebeteiligung/

Für alle, die keine Möglichkeit haben, den Fragebogen digital auszufüllen, liegen im Rathaus (Augsburger Str. 15, Dezernat 3, Abteilung Stadtplanung im 3. Stock) gedruckte Exemplare zur Abholung bereit. Nach dem Ausfüllen können diese per Post oder Briefeinwurf zurückgeben werden. Auswärtigen Eigentümerinnen und Eigentümer oder Personen, die nicht mobil sind, werden auf Wunsch Fragebögen auch schriftlich  zugeschickt.

Weiter Informationen zu den vorbereitenen Untersuchungen finden Sie auch auf folgender Seite:
Vorbereitende Untersuchungen "Innenstadt und Vorfeld"