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Aktuelle Meldungen aus dem Stadtarchiv

Flyer "Auf den Spuren der Zerstörung: Neu-Ulm und die Luftangriffe im 2. Weltkrieg"

Neu-Ulm 1945: Neue Broschüre zu Zerstörung und Wiederaufbau

Die Städte Neu-Ulm und Ulm wurden im Zweiten Weltkrieg durch die Luftangriffe der alliierten Streitkräfte zu großen Teilen zerstört. Die für Neu-Ulm folgenschwersten Bombenangriffe ereigneten sich am 1. und 4. März 1945. Zwei Drittel der damaligen Stadt lagen nach den verheerenden Angriffswellen aus der Luft in Schutt und Asche. 9.000 Neu-Ulmerinnen und Neu-Ulmer verloren ihre Heimat. Vergangenes Jahr jährte sich die Bombardierung Neu-Ulms zum 75. Mal. Das Neu-Ulmer Stadtarchiv hatte anlässlich des Jahrestages die Ausstellung „Ende // Anfang: Neu-Ulm 1945“ konzipiert und ein umfangreiches Begleitprogramm erarbeitet.

Nun wurde die Ausstellung in Form einer Broschüre zu Papier gebracht. Das 14-seitige Faltblatt zeichnet sowohl die Jahre des Krieges als auch die Zeit des Wiederaufbaus in Neu-Ulm nach und zeigt die Spuren der Zerstörung, die teilweise noch heute im Stadtbild zu finden sind.
 

Wo ist die Broschüre erhältlich?

Die kostenlose Broschüre des Stadtarchivs ist ab sofort im Rathaus, in der Stadtbücherei, im Bürgerbüro sowie im Edwin Scharff Museum erhältlich und steht Interessenten zudem zum Download zur Verfügung: Broschüre Neu-Ulm 1945 (PDF, 2 MB)

Weitere Hintergründe und Bildergalerien zur Geschichte Neu-Ulms in den Jahren 1939 bis 1945 gibt es online unter www.nu1945.neu-ulm.de.
 

Weitere stadtgeschichtliche Broschüren des Stadtarchivs

Die Broschüre ist die zweite ihrer Art: 2016 ist ein Faltblatt zum Neu-Ulmer Flugpionier Hermann Köhl erschienen. In diesem Jahr ist zudem eine weitere Broschüre zum 30. Jahrestag des Abzugs der US-Streitkräfte aus Neu-Ulm geplant. Das Neu-Ulmer Stadtarchiv möchte diese Reihe zu stadtgeschichtlichen Themen darüber hinaus auch künftig weiterführen.

Infotafel am Fuß- und Radweg "Grüne Brücke"

Neue Stadtgeschichtsstele an der Grünen Brücke

5. November 2020   –   Die Stadt Neu-Ulm ist zwar verhältnismäßig jung, kann aber auf eine interessante Geschichte zurückblicken. Seit 2008 erwecken die „Stadtgeschichten“ des Neu-Ulmer Stadtarchivs diese Historie zum Leben: Mittlerweile über 90 Tafeln im Stadtgebiet informieren über die Entwicklung der Stadt und ihrer Dörfer sowie über bedeutende Bauwerke und Bürger. Die Infotafeln sind an markanten Orten auf eigens hierfür gestalteten Stelen angebracht.

Ende Oktober wurden die Stadtgeschichten nun um eine neue Stele samt Infotafel erweitert: Direkt an der Fuß- und Radverkehrsachse „Grüne Brücke“ zwischen der Meininger Allee und den Glacis-Anlagen („An der Caponniere“) gelegen, vermittelt die neue Infotafel ab sofort Hintergründe zur Grünen Brücke. Interessant ist dabei unter anderem der 2019 in diesem Bereich verlegte Pflasterbelag. „Die unterschiedlichen Farben der Pflastersteine geben die Umrisse des Festungswalls sowie des Kriegspulvermagazins 1 wieder, die früher exakt an diesem Ort standen“, ist auf der Geschichtsstele zu erfahren. Erläutert werden weiter die Geschichte des Ortes sowie die Zwischennutzung während der Landesgartenschau 2008, die unter anderem in diesem Areal stattfand.

Im Zuge der Aufstellung der neuen Stele konnte zudem die Infotafel an der Herdbrücke wieder ihren Platz einnehmen. Diese musste aufgrund des Neubaus der Sparkasse sowie der Sanierung der Brücke abgebaut werden. Für die Wiederaufstellung hat das Stadtarchiv Neu-Ulm die Texte redaktionell überarbeitet und neue passende Bilder ausgewählt.

Und auch die Aufstellung drei weiterer Geschichtsstelen – für das Römerkastell in Burlafingen, den römischen Wachturm in Finningen sowie das alte Donaubad (Areal des jetzigen Orange Campus) – ist bereits in Planung.
 

Über die „Stadtgeschichten“

Seit über zehn Jahren werden im Stadtgebiet und in den Stadtteilen Geschichtsstelen vom Stadtarchiv Neu-Ulm aufgestellt. Die ersten 48 Infotafeln wurden im April 2008 zur Start der Landesgartenschau enthüllt. Aktuell gibt es bereits 94 solcher Infotafeln, die die Historie der jeweiligen Orte näher erläutern.

Wer sich über die einzelnen Standorte der Tafeln informieren möchte, kann dies auf der städtischen Internetseite www.stadtgeschichten.neu-ulm.de tun: Dort finden sich Rundgänge und Tourenvorschläge ebenso wie eine Broschüre zu den Neu-Ulmer Stadtgeschichten.

Die neue Infotafel
Die neue Infotafel befindet sich zwischen der Meininger Allee und den Glacis-Anlagen („An der Caponniere“) und vermittelt Hintergründe zur Grünen Brücke. (Foto: Stadtarchiv Neu-Ulm)

Ortschronik Offenhausen

Die Ortschronik für den Neu-Ulmer Stadtteil Offenhausen ist erschienen. Unter dem Titel „Offenhausen 1309 – 2019“ wird auf 514 Seiten die ereignisreiche Geschichte des Stadtteils vorgestellt. Herausgeber ist das Stadtarchiv Neu-Ulm. Die Ortschronik ist derzeit leider vergriffen.

Zeitraffer Wiley

Ausstellung an der Fassade der HNU

Die Stadt Neu-Ulm präsentiert anlässlich ihres Stadtjubiläums die Geschichte des Stadtquartiers Wiley mittels eines plakativen Zeitraffers am Gebäude der Hochschule Neu-Ulm (HNU).

Die Aufgabenstellung zum Neu-Ulmer Stadtjubiläum war klar: Die Geschichte des Wiley sollte in einer Ausstellung aufgearbeitet werden. Da die Stadt Neu-Ulm den 150. Jahrestag ihrer Stadterhebung bekanntlich getreu dem Motto „Wir leben Neu!“ feiert, stand für das projektverantwortliche Stadtarchiv von Anfang an fest, dass eine „normale“ Ausstellung nicht in Frage kommt.

„Wir wollten uns der Geschichte dieses Quartiers auf eine andere Art und Weise nähern. Ausstellungswände oder eine Bilderausstellung spielten für uns eigentlich von Anfang an keine Rolle“, berichtet Dr. Larissa Ramscheid, die Leiterin des Neu-Ulmer Stadtarchivs. Eine Stadt, die neu lebt, sollte ihre Geschichte auch neu präsentieren – das war der Anspruch, den sich Ramscheid und ihr Team selbst gesetzt haben. So wurde die Idee geboren, die Geschichte des Wiley auf der Fassade der Hochschule Neu-Ulm zu präsentieren. Was einer gewissen Logik nicht entbehrt, denn diese gehört zum Wiley genauso dazu, wie der Wasserturm. Und sie feiert darüber hinaus im Neu-Ulmer Jubiläumsjahr selbst ein Jubiläum und kann auf nunmehr 25 Jahre Geschichte in Neu-Ulm zurückblicken. Dieser Umstand und die Beteiligung des Zentrums für Gestaltung in Ulm waren der Startschuss für das Projekt „Zeitraffer“.

Die wissenschaftliche Ausarbeitung der Ausstellung hat das Neu-Ulmer Stadtarchiv übernommen. Die Gestaltung stammt von den Schülerinnen und Schülern der zweiten Jahrgangsstufe des Berufskollegs Grafik Design des Zentrum für Gestaltung in Ulm. Die HNU stellt die Fassade des neuen Hochschulgebäudes zur Verfügung und steuert einen Sonderteil zur Ausstellung bei.

Die einzigartige geschichtliche Ausstellung präsentiert das Wiley – das damals natürlich noch nicht Wiley hieß – ab seinen Anfangsjahren als Militärgelände Anfang des 19. Jahrhunderts. Bereits im Jahr 1873 diente das Gelände beispielsweise als Exerzierplatz. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg ab 1945 wurde das Areal von den Amerikanern bebaut. Die bewegten Jahre, in denen die Amerikaner in Neu-Ulm stationiert waren, zeigt die Ausstellung ebenso wie die Konversion der Flächen nach dem US-Abzug im Jahr 1991 bis heute.

Eröffnet wurde die Ausstellung im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der HNU.

Ortschronik Finningen

Buchcover der Ortschronik Finningen

Gut zwei Jahre hat es gedauert, um die Finninger Chronik zu erstellen. Auf rund 400 Seiten hat der Arbeitskreis Chronik Finningen, zusammen mit vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern und unter Federführung des Neu-Ulmer Stadtarchivs, alle wichtigen Infos zu und über den Ortsteil zusammengetragen. Vier Hauptautoren brachten gemeinsam mit weiteren Autoren die Geschichte und die Geschichten Finningens zu Papier.

Das fertige Werk „Finningen. Menschen und Geschichte. Jubiläumschronik 2018“ wurde am Samstag, 2. Februar 2019, in der Gemeinschaftshalle in Finningen präsentiert. Die Leiterin des Neu-Ulmer Stadtarchivs, Dr. Larissa Ramscheid, gestaltete die Einführung. Darüber hinaus gab es Kurzvorträge der Autoren Prof. Dr. Gisela Drossbach und Eberhard Merk sowie des Arbeitskreises der Chronik Finningen.

Neben der Ortschronik Finningen hat die Stadtverwaltung Neu-Ulm bereits sieben weitere Chroniken zu den Ortsteilen herausgebracht: Ludwigsfeld (2017), Holzschwang und Hausen (2008), Reutti und Jedelhausen (2008), Gerlenhofen (1997),  Pfuhl (1994),  Burlafingen (1987) und Steinheim (1985).

Wo ist die Chronik erhältlich?
Die gut 400 Seiten umfassende Chronik „Finningen. Menschen und Geschichte. Jubiläumschronik 2018“ kostet 19,50 Euro. Sie kann im Finninger Dorfwirtshaus zum Kreuz und im Hotel-Landgasthof Hirsch in Finningen sowie über das Stadtarchiv Neu-Ulm erworben werden.

Stadtarchiv Neu-Ulm unter neuer Leitung

Dr. Larissa Ramscheid und Peter Liptau vor Archivalien im Neu-Ulmer Stadtarchiv

Das Stadtarchiv Neu-Ulm hat eine neue Leitung. Dr. Larissa Ramscheid ist seit dem 1. September neue Leiterin des Archivs im Neu-Ulmer Rathaus. Vervollständigt wird das neue Leitungsteam des Stadtarchivs durch Peter Liptau, der ebenfalls Anfang September die Position des stellvertretenden Leiters übernahm.

Dr. Larissa Ramscheid ist in Meisenheim am Glan (Rheinland-Pfalz) geboren. Nach dem Abitur ging sie für ein Jahr in die USA und studierte anschließend Kunstgeschichte, englische Philologie und Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaften. Nach dem Magisterabschluss promovierte Frau Ramscheid, bevor es sie beruflich nach Neu-Ulm verschlug. Im Edwin Scharff Museum am Petrusplatz war Dr. Larissa Ramscheid zunächst als Volontärin und später mehrere Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Zu ihren Aufgaben gehörten organisatorische und redaktionelle Tätigkeiten im Zusammenhang mit Ausstellungseröffnungen, Ausstellungskatalogen und der Betreuung der Kunstsammlungen. Die konservatorische Aufbereitung und digitale Archivierung des schriftlichen Nachlasses von Edwin Scharff zählte ebenfalls zu ihrem Verantwortungsbereich. In einer Weiterbildung zur Provenienzforscherin an der Freien Universität Berlin in Kooperation mit den Staats- und Bundesarchiven in München und Würzburg erarbeitete sie sich Qualifikationen im Archivwesen.

Peter Liptau, der in Friedrichshafen geboren wurde, studierte Kunstgeschichte, und schloss sein Studium mit einem Magister in Kunstwissenschaften und Medientheorie sowie Baugeschichte im Nebenfach ab. Nach dem Studium war er akademischer Mitarbeiter im Institut für Baugeschichte am KIT Karlsruhe und war über mehrere Jahre im Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau in Karlsruhe (saai) tätig. Neben diesen Tätigkeiten realisierte Liptau zahlreiche Ausstellungen und wirkte an wissenschaftlichen Publikationen mit.