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Banner zur Ausstellung "Ende / Anfang: Neu-Ulm 1945" mit Schwarz-Weiß-Foto eines brennenden Gebäudes

ENDE // ANFANG: Neu-Ulm 1945

Ausstellung und Programm zum 75. Jahrestag der Zerstörung Neu-Ulms

Vor allem durch die Luftangriffe der alliierten Streitkräfte am 1. und 4. März 1945 wurde Neu-Ulm zu mehr als zwei Drittel zerstört. Eine Ausstellung mit umfangreichem Rahmenprogramm erinnert an die Zerstörung Neu-Ulms vor 75 Jahren. Der Blick wird dabei auch auf die unmittelbare Nachkriegszeit geworfen sowie auf das, was heute noch im Stadtbild davon abzulesen ist.

Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zu den Veranstaltungen eingeladen.

Ausstellung:

3. bis 29. März 2020, Stadtbücherei:
ENDE // ANFANG: Neu-Ulm 1945

Eine Ausstellung zum 75. Jahrestag der Zerstörung Neu-Ulms in und an der Stadtbücherei
Die Ausstellung umfasst rund 130 Fotografien, die in der Stadtbücherei und an den Fenstern des Erdgeschosses am LEW-Gebäude am Heiner-Metzger-Platz zu sehen sind. Der Eintritt ist frei.
Veranstaltungsort: Stadtbücherei Neu-Ulm, Heiner-Metzger-Platz 1

Öffnungszeiten der Stadtbücherei:
Di, Mi: 10 bis 18 Uhr
Do: 10 bis 20 Uhr
Fr: 10 bis 18 Uhr
Sa: 10 bis 13 Uhr

Am letzten Ausstellungstag (Sonntag, 29. März) ist die die Schau von 10 bis 13 Uhr geöffnet.

Montag, 2. März 2020, 18 Uhr:
Ausstellungseröffnung
Grußwort: Antje Esser, Zweite Bürgermeisterin
Eröffnung: Dr. Larissa Ramscheid, Leiterin des Stadtarchivs
Musikalische Untermalung: Musikschule Neu-Ulm

 

Rahmenprogramm zur Ausstellung:

Sonntag, 1. März 2020, 18 Uhr:
Gedenkgottesdienst
Veranstaltungsort: Kirche St. Johann Baptist

Dienstag, 3. März 2020, 16 Uhr:
Das Stadtarchiv führt durch die Ausstellung „ENDE // ANFANG: Neu-Ulm 1945“
Wo findet man all diese Fotos? Woher kommen die Infos du Daten? Woher stammen die Baupläne? Wer sucht aus, was präsentiert wird, und wer entwirft Plakate und Präsentationsformen?
Eine Führung zur Entstehung einer Ausstellung: Arbeit mit den verschiedenen Quellen, Archivstücken, Fotos und Informationen und Planung. Mit Dr. Larissa Ramscheid und Peter Liptau. Der Eintritt ist frei.

Termine: 3. und 17. März, jeweils 16 Uhr
Veranstaltungsort: Stadtbücherei, Heiner-Metzger-Platz 1

Donnerstag, 5. März 2020, 18 Uhr:
Vortrag: Von Zerstörung und Wiederaufbau eines Gebäudes
Das Gebäude Brückenstraße 2, in dem sich der „Kunstraum Putte“ heute befindet, und die gesamte Häuserzeile sind durch Ihre prominente Lage an der Gänstorbrücke über die Jahre hinweg dokumentiert worden. Anhand des vorhandenen Materials und verwertbarer Unterlagen lässt sich an diesem Gebäude exemplarisch die Wiederaufbaugeschichte Neu-Ulms erzählen. Welche Teile des Gebäudes sind noch vom Altbau von 1924? Welche von 1950?

Vortrag von Peter Liptau, M.A., Stellvertretender Leiter des Stadtarchivs
Die Teilnahme ist frei.
Veranstaltungsort: Kunstraum PUTTE, Brückenstraße 2

Samstag, 7. März 2020, 10 bis 13 Uhr:
Not macht erfinderisch: Wohnen und Leben im und nach dem Krieg
Workshop für Familien über das Improvisieren, Wiederaufbauen und Wiederverwenden
Aktion für Kinder ab 8 Jahren

Zuflucht, Sicherheit, Geborgenheit, Schutz – Dinge, die uns Haus oder Wohnung bieten können. Doch wie war das eigentlich im Krieg?
Luftangriffe und Bombeneinschläge vernichteten das Zuhause unzähliger Menschen. Aufgrund des Wohnraummangels teilten sich so oft mehrere Familien einen Raum. Auch Möbel und Haushaltsgegenstände waren knapp, sodass die Menschen in der Not sehr erfinderisch wurden. Nichts wurde weggeworfen, sondern fand neue Verwendung im Alltag der Bevölkerung.
Der Workshop in der Museumswerkstatt macht nicht nur erlebbar, wie das Leben in Neu-Ulm im Zweiten Weltkrieg und nach den Luftangriffen vor 75 Jahren ausgesehen hat. Wir richten uns auch selbst in einer kleinen Wohnung ein. Wie können wir unser Umfeld wieder aufbauen? Was ist wichtig für unsere Stadtplanung – Häuser, Brücken, Türme? Mit Ton, Backstein und den unterschiedlichsten Materialien wird aus einer zerstörten Stadt nach und nach ein lebenswerter Ort.

Termine: 7.3. oder 21.3.
Veranstaltungsort: Edwin Scharff Museum, Petrusplatz 4
Für Kinder ab 8 Jahren und Familien
Leiter: Philipp Schneider, Künstler und Museumspädagoge
Begrenzte Teilnehmerzahl, Eintritt frei.

Anmeldung bitte bis 4. März (bzw. 18. März) an kindermuseum@neu-ulm.de 

Donnerstag, 12. März 2020, 18 Uhr:
Erzählcafé: Lebenserinnerungen 1945
Veranstaltungsort: Stadtbücherei, Heiner-Metzger-Platz 1

Freitag, 13. März 2020, 16 Uhr:
Stadtführung: Seltsam verschachtelt – Kriegszerstörung heute noch ablesbar
Manchmal sind es winzige Details, ein Schild, ein Pfeil, eine Tür, die sichtbar machen, welche Maßnahmen zum Schutz im Krieg ergriffen wurden. Manche Häuserzeilen weisen heute noch Wunden auf, manche Nachkriegsprovisorien haben bis heute überdauert. Bei dieser Führung durch die Neu-Ulmer Innenstadt zeigen Dr. Larissa Ramscheid und Peter Liptau vom Stadtarchiv einige dieser Zeugnisse der Zeit.

Die Teilnahme ist frei, Dauer ca. 90 Minuten
Termine: 13. und 27. März
Treffpunkt: 16 Uhr, Haupteingang Stadtbücherei Neu-Ulm, Heiner-Metzger-Platz 1

Dienstag, 17. März 2020, 16 Uhr:
Das Stadtarchiv führt durch die Ausstellung „ENDE // ANFANG: Neu-Ulm 1945“
Wo findet man all diese Fotos? Woher kommen die Infos du Daten? Woher stammen die Baupläne? Wer sucht aus, was präsentiert wird, und wer entwirft Plakate und Präsentationsformen?
Eine Führung zur Entstehung einer Ausstellung: Arbeit mit den verschiedenen Quellen, Archivstücken, Fotos und Informationen und Planung. Mit Dr. Larissa Ramscheid und Peter Liptau. Der Eintritt ist frei.

Termine: 3. und 17. März, jeweils 16 Uhr
Veranstaltungsort: Stadtbücherei, Heiner-Metzger-Platz 1

Samstag, 21. März 2020, 10 bis 13 Uhr:
Not macht erfinderisch: Wohnen und Leben im und nach dem Krieg
Workshop für Familien über das Improvisieren, Wiederaufbauen und Wiederverwenden
Aktion für Kinder ab 8 Jahren
Weitere Informationen siehe Termin am 7. März.

Termine: 7.3. oder 21.3.
Veranstaltungsort: Edwin Scharff Museum, Petrusplatz 4
Anmeldungen bitte bis 18. März an kindermuseum@neu-ulm.de 

Donnerstag, 26. März 2020, 18 Uhr:
Erzählcafé: Lebenserinnerungen 1945
Veranstaltungsort: Stadtbücherei, Heiner- Metzger-Platz 1

Freitag, 27. März 2020, 16 Uhr:
Stadtführung: Seltsam verschachtelt – Kriegszerstörung heute noch ablesbar
Manchmal sind es winzige Details, ein Schild, ein Pfeil, eine Tür, die sichtbar machen, welche Maßnahmen zum Schutz im Krieg ergriffen wurden. Manche Häuserzeilen weisen heute noch Wunden auf, manche Nachkriegsprovisorien haben bis heute überdauert. Bei dieser Führung durch die Neu-Ulmer Innenstadt zeigen Dr. Larissa Ramscheid und Peter Liptau vom Stadtarchiv einige dieser Zeugnisse der Zeit.

Die Teilnahme ist frei, Dauer ca. 90 Minuten
Termine: 13. und 27. März
Treffpunkt: 16 Uhr, Haupteingang Stadtbücherei Neu-Ulm, Heiner-Metzger-Platz 1

 

Das Programm ist eine Kooperation der Abteilungen des Fachbereichs 2 der Stadt Neu-Ulm (Kulturabteilung, Stadtarchiv, Stadtbücherei, Musikschule, Edwin Scharff Museum), des Generationentreffs Ulm/Neu-Ulm e.V. sowie der Evangelisch-lutherischen Petrusgemeinde Neu-Ulm in Ökumene mit der Katholischen Pfarrgemeinde St. Johann Baptist Neu-Ulm.

Die Ausstellung wurde von Dr. Larissa Ramscheid und Peter Liptau vom Stadtarchiv Neu-Ulm konzipiert. Die grafische Gestaltung übernahm Lioba Geggerle (Neu-Ulm).

Sonderführungen / Zeitzeugengespräche:

Sonderführungen und Zeitzeugengespräche für Schulen und Gruppen bieten wir gerne nach Vereinbarung zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei Neu-Ulm an.

Kontakt: Dr. Larissa Ramscheid
E-Mail: stadtarchiv@neu-ulm.de 

Öffnungszeiten der Stadtbücherei:

Montag geschlossen 
Dienstag, Mittwoch  10.00 – 18.00 Uhr
Donnerstag10.00 – 20.00 Uhr
Freitag10.00 – 18.00 Uhr
Samstag10.00 – 13.00 Uhr

 

Verborgene Schätze

Sie haben noch Fotos und Gegenstände aus dieser Zeit?
Das Stadtarchiv freut sich auf diese Schätze in Privatbesitz!
Kontakt: stadtarchiv@neu-ulm.de 

Bombenangriffe auf Neu-Ulm und Ulm

Die Städte Neu-Ulm und Ulm wurden neben vielen kleineren Angriffen durch drei Großangriffe zerstört. Noch heute läuten die Glocken des Ulmer Münsters am 17. Dezember jeden Jahres, um an den ersten Großangriff von 1944 zu erinnern. Auch Neu-Ulm erfuhr an diesem Tag schwerwiegende Treffer. Die für Neu-Ulm folgenschwersten Angriffe folgten im März 1945.

Am 1. März 1945 um 13.15 Uhr startete der zweite Großangriff mit etwa 420 Flugzeugen. In 45 Minuten warfen sie 1.950 Sprengbomben, 10 Minenbomben und 100.000 Brandbomben auf beide Städte. 472 Menschen verloren ihr Leben, 181 wurden verletzt und 17.500 Menschen wurden obdachlos.

Der dritte Schlag gegen die Doppelstadt ereilte die Bürgerinnen und Bürger bereits drei Tage später. Am 4. März fielen in 58 Minuten 200 Sprengbomben, 10 Minenbomben und 65.000 Brandbomben auf Neu-Ulm und Ulm. Weitere 154 Tote, 321 Verletzte und 11.500 Obdachlose sind zu beklagen.

Der 4. März 1945 gehört zu den schwärzesten Tagen in der Geschichte der jungen Stadt Neu-Ulm. Vor genau 75 Jahren wurde die Stadt durch einen Bombenhagel aus der Luft nahezu dem Erdboden gleich gemacht. Die Angriffe an diesem Tag dauerten eine Stunde. Anschließend war nichts mehr, wie es war und Neu-Ulm war kaum mehr wiederzuerkennen. 43 Prozent der Wohnhäuser, 86 Prozent der gewerblichen Wohnhäuser und ganze Straßenzüge waren zerstört. Die Brücken über die Donau und somit die Verbindung zwischen Neu-Ulm und Ulm wurden durch die deutsche Wehrmacht infolge der Luftangriffe gesprengt.

Insgesamt waren 757 Männer Neu-Ulmer in den Kriegswirren gefallen oder als vermisst gemeldet worden. Rund 9.590 Menschen wurden während des Kriegs in das Umland evakuiert. Am Ende lebten nur noch 4.000 Menschen in Neu-Ulm. Vor Kriegsbeginn waren es noch rund 14.000. Neu-Ulm gehörte zu den am stärksten zerstörten Städten in Bayern.

Schwarz-Weiß-Foto von einem brennenden Gebäude
Brand Augsburger Straße, 1945 (Foto: Stadtarchiv Neu-Ulm)