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Sanierung der Reuttier Straße

Reuttier Straße wird für 9,6 Millionen Euro saniert und erneuert

Neu-Ulmer Reuttier Straße mit je zwei Fahrspuren in jede Richtung

Der Neu-Ulmer Stadtrat hat in seiner Sitzung am Mittwoch, 24. März 2021, den Baudurchführungsbeschluss für die Ertüchtigung und Erneuerung der Reuttier Straße beschlossen. Der Straßenabschnitt zwischen der Meininger Allee und der Finninger Straße befindet sich in einem schlechten Gesamtzustand – sowohl oberirdisch als auch unterirdisch. Aus diesem Grund wird auch der Kanal in der Reuttier Straße saniert beziehungsweise ausgewechselt. Im Zuge der Sanierung sollen zudem die Verkehrsabläufe auf der Reuttier Straße optimiert werden. Vor allem der Fuß- und Radverkehr wird attraktiver und durch die Einrichtung zusätzlicher Querungsmöglichkeiten sicherer gestaltet.

„Der Umbau der Reuttier Straße ist eines der wichtigsten Großprojekte in den kommenden Jahren in unserer Stadt und ein immens wichtiger Baustein zur Verbesserung der innerörtlichen verkehrlichen Situation. Darüber hinaus werden wir es durch den Umbau vor allem auch schaffen, den Radverkehr zu stärken. Denn durch die Neugestaltung der Strecke wird das Radeln auf einer unserer Hauptverkehrsachsen deutlich sicherer. Hierdurch möchten wir auch ein deutliches Zeichen für die übergeordneten städtischen Ziele Verkehrswende und Klimaschutz setzen“, sagt Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger.

Die Gesamtkosten für die Maßnahme belaufen sich auf rund 9,6 Millionen Euro. Hiervon entfallen 5,9 Millionen Euro auf die Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur und 3,7 Millionen Euro auf die Erneuerung und Sanierung der Kanalanlagen.

Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2022 geplant. Die derzeitigen Planungen sehen eine Fertigstellung Ende 2023 vor.

Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur


Straßenbau

Die grundsätzliche Lage der Fahrbahnen soll erhalten werden. Es werden jedoch zusätzliche Spuren vorgesehen, so dass sich die Lage der Fahrbahnränder, der Spuraufteilung sowie der Fahrbahnteiler ändern. Darüber hinaus werden die Verkehrsflächen für Radfahrer und Fußgänger merklich vergrößert. Möglich wird dies durch die Einbeziehung von vorhandenen Nebenflächen, durch Grunderwerb und eine veränderte Aufteilung des vorhandenen Querschnitts.

  • Knotenpunkt ReuttierStraße / Meininger Allee:
    Hier wird in der Südzufahrt ein zusätzlicher Geradeausfahrstreifen Richtung Norden hergestellt. Die Fußgängerfurt wird von der südlichen auf die nördliche Seite verlegt.
     
  • Knotenpunkt ReuttierStraße / Industriestraße:
    Der Knotenpunkt wird signalisiert. Die Einmündung Gedeckter Weg / Künetteweg wird verkehrssicher an den Knotenpunkt angeschlossen. Zusätzliche Linksabbiegestreifen in beide Straßen sowie eine Mittelinsel sind vorgesehen.An der südlichen Seite wird eine Fußgängerfurt erstellt. Die Haltestelle „Waldeck“ entfällt künftig.
     
  • Knotenpunkt Reuttier Straße / Ringstraße / Im Starkfeld:
    Von Norden kommend ist eine zusätzliche Linksabbiegespur vorgesehen. Die Rechtsabbiegespuren werden zugunsten des Fuß-und Radverkehrs rückgebaut. In diesem Zug wird der Fuß-und Radverkehr neu organisiert. Auch eine zusätzliche Linksabbiegespur in der Südzufahrt des Knotenpunktes ist vorgesehen.
     
  • Straße „Am Vorgraben“:
    Die Straße „Am Vorgraben“ kann nach Abschluss der Maßnahmen von Süden her nicht mehr angefahren werden. In Richtung Süden ist nur noch die Ausfahrt möglich. Durch eine weitere Maßnahme soll eine Anbindung an die Ringstraße geschaffen werden.
     
  • Zypressenweg:
    Der Zypressenweg wird mit einer Lichtsignalanlage ausgestattet. Auch eine signalisierte Furt auf der südlichen Seite der Reuttier Straße wird geschaffen.
     
  • Bushaltestellen:
    Im Rahmen des Straßenausbaus wird die Bushaltestelle „Waldeck“ aufgelöst. Die vorhandene Bushaltestelle am Friedhof bleibt erhalten, wird in ihrer Lage jedoch optimiert und entsprechend den Ausbaustandards und geltenden Richtlinien neu errichtet und barrierefrei ausgestattet.
     
  • Versorgungsleitungen:
    Ein wesentlicher Baustein zur Versorgung der Innenstadt mit Fernwärme wird der Ausbau des Netzes im Bereich der Reuttier Straße sein. Hierdurch ist die künftige Versorgungssicherheit durch die SWU gewährleistet. Die Wasserleitungen sollen im gesamten Baufeld ausgetauscht werden. Der Austausch der Leitungen ist über das Baufeld hinaus bis zur DAV-Kletterhalle vorgesehen.
     
  • Straßenbeleuchtung:
    Die komplette Straßenbeleuchtung in der Reuttier Straße wird erneuert und auf LED umgestellt. Dies führt zu einer geänderten Lage und Anzahl der Maststandorte.
     
Technischer Lageplan zum Ausbau der Reuttier Straße mit zusätzlichen Fahrspuren im Bereich Ringstraße / Im Starkfeld

Gestaltung „Waldeck“

Der Bereich „Waldeck“ wird ein gestalterischer Schwerpunkt der Umbaumaßnahme sein. Betroffen ist der Übergangsbereich zwischen der stark befahrenen Reuttier Straße und dem Gedeckten Weg sowie dem Künetteweg. Der Bereich soll durch eine durchdachte Freiraumgestaltung gegliedert und so eine hochwertige Aufenthaltsqualität geschaffen werden. Vorgesehen ist eine Abfolge von Hochbeeten mit abgestufter Bepflanzung. Mit Bäumen wird eine naturnahe räumliche Distanz zur stark befahrenen Reuttier Straße aufgebaut. Die Hochbeete sollen eine üppige Grünausstattung erhalten. In den Hochbeeten sind Sitzmöbel in Form von Sitzbänken und Anlehnbänken integriert. Die Beete werden für den Fußgängerverkehr so aufgeteilt, dass sich in den zwischenliegenden Bereichen Durchgänge mit Sitzmöglichkeiten ergeben.

Der Gehwegbelag aus Betonplatten in der Reuttier Straße wird in den Platzbereich des „Waldeck“ hineingezogen, so dass die beiden Bereiche über den Belagsteppich eine zusammenhängende Einheit bilden. Entlang der Wohnbebauung am „Waldeck“ sind weitere Baumpflanzungen vorgesehen, die die geplanten PKW-Stellplätze, Fahrradstellplätze und Gebäudezufahrten eingrenzen und den Straßenraum begrünen.
 

Entwurfsplan zum Umbau des Bereichs "Waldeck" / Künetteweg mit künftiger Bepflanzung sowie einer Mittelinsel und zusätzlichen Fahrspuren auf der Reuttier Straße

Begrünung der Reuttier Straße

Aufgrund der geplanten zusätzlichen Fahrspuren und der Ausweitung der Verkehrsflächen für Radler und Fußgänger müssen bereits bestehende Nebenflächen in die neue Grünplanung einbezogen werden. Die zwei besonders markanten mehrstämmigen Baumgruppen aus Rotbuchen im direkten Umfeld der Bushaltestelle am Friedhof bleiben erhalten. Die Baumgruppe nördlich davon sowie die übrigen Bäume in den bestehenden Mittelstreifen sowie alle bestehenden Straßenbäume nördlich der Kreuzung ReuttierStraße / Ringstraße werden gefällt. Zukünftig wird es im Straßenneubaubereich jedoch deutlich mehr Bäume als bisher geben. Den zwanzig notwendigen Fällungen stehen fünfundfünfzig Neupflanzungen gegenüber.

Die straßenbegleitenden Grünflächen werden mit blütenreichen Kräuter-/Grasmischungen ausgestattet, die jährlich nur ein- bis zweimal gemäht werden. Als Besonderheit werden angrenzende Grünflächen der zwei Kreuzungsbereiche für die vielen querenden beziehungsweise wartenden Verkehrsteilnehmer mit niedrigen blühenden Stauden, Gräsern und Kleingehölzen ausgestattet. Ähnlich wie bereits die im Stadtgebiet eingeführten Blumenzwiebelarrangements erhalten zukünftig auch die straßenbegleitenden Grünflächen der Reuttier Straße interessante Farbmischungen von frühjahrsblühenden Zwiebelpflanzen.

 

Kanalauswechslung / Kanalsanierung

Der allgemeine Kanalisationsplan der Stadt aus dem Jahre 2009 zeigt, dass der Kanal in der Reuttier Straße von der Industriestraße bis einschließlich Finninger Straße hydraulisch überlastet ist. Darüber hinaus weist der Kanal auch Schäden auf. und es dringt Fremdwasser (Grundwasser) in das Kanalnetz ein.

Die Erneuerung des Kanals bewirkt somit nicht nur eine hydraulische Verbesserung, sondern vermindert auch den Fremdwasserzufluss zum Klärwerk. Insgesamt werden rund 575 Meter Kanal saniert beziehungsweise erneuert.