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Bevölkerungsprognose 2037 für die Stadt Neu-Ulm

Wie viele Menschen werden in 10, 15 oder gar 20 Jahre in Neu-Ulm leben? In wie weit wird die Stadt von Zuzug oder Wegzug geprägt? Welche Auswirkungen haben Zuzug und Wegzug auf den Ausbau von Krippen- und Kindergartenplätzen oder die Ausweisung neuer Baugebiete?

Antworten auf diese und ähnliche Fragen soll die im regelmäßigen Turnus fortgeschriebene Bevölkerungsprognose für die Stadt Neu-Ulm geben. Sie wurde nun bereits zum fünften Mal vom Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik (SAGS) aus Augsburg grundlegend überarbeitet. Die Prognose ermöglicht unter anderem Aussagen zur demografischen Entwicklung und zu Wanderungsbewegungen. Sie dient der Stadt in den kommenden Jahren als Grundlage für Planungen im Bereich der Daseinsvorsorge und der Siedlungsentwicklung.

Ergebnisse

Folgender Kurzbericht bietet Ihnen zahlreiche Informationen und Grafiken zur Bevölkerungsentwicklung in Neu-Ulm:

Kurzbericht zur Bevölkerungsprognose (PDF, 2,6 MB)

Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse:

  • Neu-Ulm ist eine wachsende Stadt. Deutliche Wanderungsgewinne werden wegen der günstigen Arbeitsmarktsituation in Verbindung mit der verkehrsgünstigen Lage und der Bereitstellung von attraktiven Wohnraumangeboten auch in den nächsten Jahren erwartet.

  • Ende der 90er Jahre konnte die Abwanderung junger Familien gestoppt und eine Trendumkehr erreicht werden. Seither nimmt die Einwohnerzahl in Neu-Ulm weiter zu.

  • Neu-Ulm wächst durch Zuwanderung und ist vor allem attraktiv für Auszubildende und Studierende, junge Erwachsene und Familien sowie überwiegend junge Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. In den letzten Jahren sind auch bei älteren Berufstätigen Zuwächse zu verzeichnen.

  • Zuzüge und Wegzüge vollziehen sich parallel. Im mehrjährigen vergleich ergibt sich ein jährlicher Austausch von 8% bis 9% der Bevölkerung.

  • Die durchschnittliche Geburtenziffer in den Jahren 2011 bis 2015 lag in Neu-Ulm bei 1,48 Kindern je Frau. Der Anstieg der Geburtenziffer auf 1,54 Kindern je Frau im Jahr 2017 bedeutet eine Steigerung der Geburtenziffer um ca. 4%. Damit liegt Neu-Ulm aktuell 1 bis 2% unter dem bayerischen Vergleichswert, folgt jedoch dem allgemeinen Trend, nach dem in Deutschland, Bayern und der Region ein allgemeiner Anstieg der Geburtenziffer in den letzten Jahren festzustellen ist.

  • Das Verhältnis der Generationen zueinander verändert sich in den nächsten Jahren wegen der angenommenen Zuwanderungen langsam, aber stetig. Von einer einsetzenden „Überalterung der Bevölkerung“ kann jedoch erst ab Anfang bis Mitte der dreißiger Jahre dieses Jahrhunderts gesprochen werden.

  • Deutlich wird der Anteil der Hochbetagten (über 80-Jährige) ansteigen.

Neu-Ulm wächst

Dargestellt ist die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung bis Ende 2017. Zu diesem Zeitpunkt zählte Neu-Ulm 58.786 Einwohner (ohne Zweitwohnsitze). Zum Ende dieses Jahrzehnts wird mit über. 60.000 Einwohnern und Mitte des nächsten Jahrzehnts mit knapp 65.000 Einwohnern in Neu-Ulm zu rechnen sein. Ohne Zuwanderung würde Neu-Ulm schrumpfen.

Diagramm mit steigender Bevölkerungszahl
Entwicklung der Einwohner in der Stadt Neu-Ulm: tatsächliche und prognostizierte Entwicklung

Die Bevölkerungsentwicklung von Neu-Ulm im Vergleich

Noch Mitte der 90er Jahre nahm die Bevölkerung in Neu-Ulm ab, während der Landkreis Wanderungsgewinne erzielen konnte. Zu Beginn der Jahrtausendwende konnte dieser Trend gestoppt und umgekehrt werden. Teilweise waren die Bevölkerungszahlen im Landkreis rückläufig, während Neu-Ulm deutliche Wachstumsgewinne erzielen konnte. Nachdem im Jahr 2015 eine hohe Zuwanderung von Flüchtlingen nach Neu-Ulm zu verzeichnen war, gab es im Jahr 2016 eine negative Wanderungsbilanz durch Rück- und Weiterwanderungen dieser Personengruppe.

Diagramm mit Gegenüberstellung der Entwicklung der Nettozuwanderung in der Stadt Neu-Ulm und im Landkreis Neu-Ulm
Entwicklung der Nettozuwanderung von 1995 bis 2017 in der Stadt Neu-Ulm und im Landkreis Neu-Ulm

Wie wächst Neu-Ulm?

Neu-Ulm wächst jung. Besonders zwischen 2009 und 2015 sind auch viele Familien nach Neu-Ulm gezogen, was sich an den Zuzügen der Altersgruppen 30–39 und 40–49 festmachen lässt. Die Welle von geflüchteten Personen bildet sich in der Altersgruppe 18–29 besonders stark ab, wie die deutlichen Unterschiede zwischen den Jahren 2013–2015 und 2016–2017 einerseits und den Vorperioden andererseits zeigen (starke Zu- und Abwanderung).

Diagramm mit Angabe der Zu- und Abwanderung in Neu-Ulm aufgeteilt nach Altersgruppen
Wanderungsanalyse für die Stadt Neu-Ulm: Entwicklung der Nettozuwanderung nach Altersgruppen in den Jahren 1995–1999, 1999–2003, 2004–2007, 2009–2012, 2013–2015 und 2016–2017

Wo wächst Neu-Ulm?

Dort wo in den nächsten Jahren Wohngebiete entwickelt werden, wächst Neu-Ulm kräftig. In Stadtgebieten mit geringen Baulandpotentialen bleibt die Einwohnerzahl stabil. Dargestellt sind der prognostizierte Einwohnerstand im Jahr 2027 und die prozentuale Veränderung gegenüber dem Stand vom 31.12.2017.

Vorsicht bei der Interpretation ist in Gebieten mit kleinen Einwohnerzahlen geboten. Schon geringe absolute Veränderungen führen hier zu starken prozentualen Änderungen.


Grafik mit Darstellung der Veränderung der Einwohnerzahl je Stadtgebiet von Neu-Ulm

Quelle:
Alle Grafiken entstammen der Bevölkerungsprognose für die Stadt Neu-Ulm, SAGS 2018

Kontakt

Auskünfte zur Bevölkerungsprognose:

Raimund Heckmann
Abteilung Stadtplanung, Stadterneuerung
Rathaus, DG 3, 4. Stock
Tel. (0731) 7050-3103
Fax (0731) 7050-3199
E-Mail: r.heckmann@neu-ulm.de