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Pauline und Arthur Strauß

Insel 2

HIER WOHNTE
PAULINE STRAUSS
GEB. LANDAUER, JG. 1875
FLUCHT 1940 / USA

HIER WOHNTE
ARTHUR STRAUSS
JG. 1878
FLUCHT 1940 / USA

Pauline Strauß wurde als eines von sechs Kindern des Ehepaars Landauer 1875 in Michelbach an der Lücke geboren. Arthur Strauß wurde als ältester Sohn des Ehepaars Strauß 1878 in Altenstadt an der Iller geboren. Er hatte drei Geschwister.

Im November 1902 heirateten die beiden in Mergentheim und zogen kurz darauf nach Neu-Ulm, wo sie zunächst verschiedene Wohnsitze hatten und ohne Gemeindebürgerrecht waren (Familienstandsbogen in der Gemeinde Altenstadt ohne Gemeindebürgerrecht des Heimatberechtigten Arthur Strauß am 6.2.1913). Im März 1919 kaufte Arthur Strauß das Bürgerrecht für 60 RM und das Paar zog in das Haus Insel 4 (heute Insel 2).

Postkarte der Donauinsel um 1910. Das Haus Insel 4 ist in der rechten Häuserzeile nur schemenhaft zu sehen. (Quelle: Stadtarchiv Neu-Ulm, D14 PS)

Das Entmietungsgesetz traf auch das Ehepaar Strauß, es erhielt einen Zwangsräumungsbescheid und eine Zwangszuweisung in das Haus in der Hindenburgstraße 34.

Im Juli 1939 wurde für Pauline und Arthur Strauß eine Unbedenklichkeitsbescheinigung für einen Auslandsreisepass ausgestellt. Genau ein Jahr später, im Juli 1940, meldete sich das Ehepaar in Neu-Ulm ab – mit dem Ziel New York. Eingetragen sind die Namen des Ehepaars auf der
Passagierliste von Lissabon (Portugal) nach New York am 11.9.1940 und danach auf einer Registrierkarte:
31 – 36th St. Long Island City / Queens, N Y.

1941 wurde auf der Meldekarte der im Ausland lebenden Juden die Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft eingetragen. Danach verlieren sich die Spuren.

 

Entmietungsgesetz

Das Gesetz über Mietverhältnisse mit Menschen jüdischer Abstammung vom April 1939, auch Entmietungsgesetz genannt, änderte den gesetzlichen Mieterschutz zu Lasten jüdischer Mieter und Vermieter. Hausgemeinschaften mit „deutschblütigen“ Nachbarn sollten aufgelöst werden: Gemeindebehörden konnten im Einvernehmen mit arischen Vermietern den Wohnraum für nichtjüdische Familien freimachen und jüdische Mitbürger in beengte Räumlichkeiten von sogenannten Judenhäusern einweisen.