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ÖPNV-Zielnetz 2027: Die Doppelstadt macht sich startklar
Gemeinsames Stadtverkehrsnetz bringt mehr Verbindungen, bessere Taktungen und einheitliche Strukturen


Bei einem Pressetermin stellten Neu-Ulms Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger und Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher (2. von rechts) gemeinsam mit SWU Verkehr-Geschäftsführer Ralf Gummersbach (rechts im Bild) sowie DING-Geschäftsführer Bastian Großner (links im Bild) das neue ÖPNV-Zielnetz 2027 vor. (Foto: Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm)
25. September 2026 – Zum 1. Januar 2027 startet das neue gemeinsame ÖPNV-Zielnetz für Ulm und Neu-Ulm. Damit wird der Stadtverkehr beider Städte noch enger miteinander verknüpft.
Fahrgäste können sich auf ein verbessertes Angebot, neue und durchgebundene Linien, klare Taktungen sowie bessere Anschlüsse freuen. Gleichzeitig wird es zahlreiche Veränderungen geben: Linienführungen und Liniennummern werden angepasst, Haltestellen werden teilweise neu gebaut, umbenannt oder entfallen.
Im Rahmen eines gemeinsamen Pressegesprächs haben die Städte Ulm und Neu-Ulm, die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU Verkehr) und der Donau-Iller-Nahverkehrsverbund (DING) jetzt über den aktuellen Stand der Vorbereitungen sowie über die gemeinsame Marketingkampagne zum neuen Netz informiert.
Um was geht es?
Zum 1. Januar 2027 wird erstmals ein gemeinsames Stadtliniennetz auf beiden Seiten der Donau an den Start gehen. Damit wird eine Entwicklung fortgeführt, die mit der Inbetriebnahme der Straßenbahnlinie 2 im Jahr 2018 und der Übernahme des gesamten ÖPNV-Angebots in Ulm durch die SWU Verkehr im Jahr 2020 begonnen hat.
Für Neu-Ulm bedeutet die Einführung des neuen Netzes einen grundlegenden Schritt in der Weiterentwicklung des städtischen Nahverkehrs. Seit dem 1. Januar 2024 ist die Stadt Neu-Ulm Aufgabenträgerin des allgemeinen öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und damit für die Organisation des straßengebundenen Nahverkehrs sowie die Stadtverkehrslinien auf eigener Gemarkung verantwortlich. Auf dieser Grundlage hat die Stadt ihren ersten eigenen Nahverkehrsplan erarbeitet. Dieser wurde am 7. Juni 2024 in einer gemeinsamen Sitzung des Neu-Ulmer Stadtrats und des Ulmer Gemeinderats beschlossen.
Auf Basis des Nahverkehrsplans wurden die städtischen Nahverkehrsleistungen an die SWU Verkehr vergeben. Zum 1. Januar 2027 wird die SWU damit einheitlicher Betreiber des Stadtverkehrs in Ulm und Neu-Ulm sein. Für die Fahrgäste gibt es somit künftig einen klaren Ansprechpartner und ein einheitliches Angebot im gemeinsamen Oberzentrum.
Zielsetzung des neuen ÖPNV-Netzes 2027
Mit dem neuen Zielnetz soll der ÖPNV in Ulm und Neu-Ulm attraktiver, leistungsfähiger und leichter verständlich werden. Ziel ist es, mehr Menschen für den öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen, den individuellen motorisierten Verkehr zu reduzieren und damit einen wichtigen Beitrag zur Mobilitäts- und Klimawende zu leisten.
Das Angebot wird insgesamt ausgeweitet und besser miteinander verknüpft. Durch die Durchbindung von Linien entstehen mehr direkte und umstiegsfreie Fahrtmöglichkeiten zwischen Ulm und Neu-Ulm. Einheitliche Taktfahrpläne, bessere Anschlüsse und eine klare Linienstruktur sollen die Orientierung erleichtern und Reisezeiten verkürzen.
„Jetzt geht es in die heiße Phase: Ab Januar wird sich beim ÖPNV in Neu-Ulm spürbar etwas verändern. Mit neuen Linien, dichteren Takten und besseren Verbindungen. Dass wir das Angebot als Stadt selbst gestalten können, ist dabei ein großer Vorteil: Wir können den ÖPNV gezielt auf die Bedürfnisse unserer Bürgerinnen und Bürger ausrichten“, sagt Neu-Ulms Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger.
Auch für Ulm ist das gemeinsame Stadtverkehrsnetz ein wichtiger Schritt: „Wir freuen uns sehr, mit unserer kommunalen Gesellschaft SWU Verkehr einen kompetenten und zuverlässigen Partner an der Seite zu haben, den ÖPNV in der bewährten, sehr hohen Qualität auch städteverbindend zu betreiben. Besonders danke ich der Stadt Neu-Ulm für den Entschluss und den Prozess, die Direktvergabe durch alle Instanzen auf den Weg gebracht zu haben. Nun stehen wir vor einem weiteren Meilenstein in der ÖPNV-Entwicklung beider Städte“, so Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher.
„Mit dem Liniennetz 2027 wächst der Stadtverkehr in Ulm und Neu-Ulm auch betrieblich noch enger zusammen. Für uns als SWU Verkehr ist das eine anspruchsvolle Aufgabe, auf die wir uns intensiv vorbereiten. Für uns bedeutet das, neue Fahrzeuge, Personalschulungen und Optimierung der betrieblichen Abläufe. Unser Ziel ist klar: Alle Fahrgäste sollen vom ersten Tag an von einem verlässlichen, gut verknüpften und möglichst einfach nutzbaren ÖPNV-Angebot profitieren“, sagt Ralf Gummersbach, Geschäftsführer der SWU Verkehr GmbH.
Aktueller Sachstand zur Umsetzung des Nahverkehrsplans
Bis zum Start des neuen Netzes am 1. Januar 2027 sind noch umfangreiche vorbereitende Arbeiten notwendig. Die bisherigen Konzessionen für die Stadtverkehre laufen zum 31. Dezember 2026 aus. Damit steht für die Umstellung auf das neue Netz ein fester und einzuhaltender Zeitplan.
Neben der baulichen Vorbereitung schafft die SWU Verkehr derzeit die Voraussetzungen für den künftigen Betrieb. Dazu gehören unter anderem die Beschaffung der benötigten Fahrzeuge sowie die Gewinnung und Vorbereitung des erforderlichen Personals. Die Städte wiederum arbeiten daran, die für das neue Liniennetz erforderlichen Haltestellen und Wendemöglichkeiten rechtzeitig fertigzustellen.
Ausbau der Infrastruktur
Damit die neuen Linien ab Januar 2027 fahren können, wird bereits seit Längerem die notwendige Infrastruktur in beiden Städten umfangreich ausgebaut.
In Neu-Ulm wurden in den vergangenen beiden Jahren schon mehrere neue Haltestellen realisiert. Dazu zählen unter anderem die Haltestellen „Wallstraße“ und „Heiner-Metzger-Platz“ in der Innenstadt sowie „Albert-Schweitzer-Straße“ im Wiley, „Alte Stadtgärtnerei“ an der Reuttier Straße und die Endhaltestelle „Schwaighofen“. Auch die große Endhaltestelle am Biberkopfweg in Ludwigsfeld mit Wendemöglichkeit für die künftigen Linien 5 und 6 ist bereits baulich fertiggestellt.
In den kommenden Monaten stehen unter anderem noch Arbeiten an Haltestellen und Wendemöglichkeiten in Burlafingen, Steinheim und Schwaighofen sowie im Norden Pfuhls an.
Ziel ist es, die noch offenen Maßnahmen mit Hochdruck voranzubringen und die für das neue Liniennetz erforderliche Infrastruktur rechtzeitig zum Betriebsbeginn fertigzustellen.
Auch auf Ulmer Seite wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen umgesetzt oder angestoßen. Neue Endhaltestellen mit Ladetechnik für E-Busse wurden realisiert, unter anderem in der Wanne und in Gleißelstetten sowie bereits zuvor in Wiblingen, an der Universität Süd und in Böfingen am Egertweg). Weitere Bushaltestellen werden barrierefrei neu gebaut oder umgebaut, beispielsweise am Eichenplatz, an der Albecker Steige, in der Meersburger Straße in Wiblingen und in der Clarissenstraße in Söflingen. Insgesamt wurden hierfür in Ulm mehr als 3 Millionen Euro investiert und rund 1 Million Euro Fördermittel aus dem Landes-GVFG generiert.
Auch die Sanierung der Straßenbahnlinie 1, die Ertüchtigung für künftig 43 Meter lange Straßenbahnwagen sowie der Umbau des Ehinger Tors und der Wendeschleife am Donaustadion tragen zur weiteren Attraktivierung des ÖPNV bei.
Gemeinsame Marketingkampagne in Ulm und Neu-Ulm informiert über die Änderungen
Neben den vielen Vorteilen des neuen ÖPNV-Netzes werden sich für manche Fahrgäste in beiden Städten aber auch ungewohnte Wege ergeben. Um die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig, verständlich und umfassend über alle Neuerungen zu informieren, ist am 19. September unter der Federführung der Donau-Iller-Nahverkehrsverbund-GmbH, DING, eine gemeinsame Marketingkampagne von Ulm und Neu-Ulm sowie der SWU Verkehr an den Start gegangen.
Diese wird bis zur Einführung des neuen Netzes Anfang 2027 laufen. So können sich die Fahrgäste schon im Voraus mit den neuen Linien, Liniennummern, Streckenführungen und Haltestellen vertraut machen.
Eyecatcher der Kampagne, die von der DING-Hausagentur Orange Cube aus Hamburg umgesetzt wurde, ist das gemeinsame Signet „Neu.Ulm.Netz“. Es dient als visueller Wiedererkennungsanker und steht für das künftig noch enger verbundene Stadtverkehrsnetz beider Städte. Inhaltlich stellt die Kampagne die wichtigsten Neuerungen und Vorteile des Zielnetzes heraus. Informiert wird auf unterschiedlichen Kanälen.
„Zentraler Bestandteil der Kampagne ist eine gemeinsame Info-Broschüre, die als Postwurfsendung an alle Neu-Ulmer Haushalte sowie an Haushalte in ausgewählten Ulmer Stadtteilen verteilt wird“, erläutert DING-Geschäftsführer Bastian Goßner. „Ergänzend wird das neue Netz über Social Media, Großflächen und City-Light-Poster, die TFT-Bildschirme in den SWU-Fahrzeugen sowie Radio, Printmedien und Postkarten beworben.“
Alle Informationen zum neuen Liniennetz werden zudem zentral auf einer Landingpage der SWU Verkehr gebündelt.
Zudem wird die Kampagne auch auf baustellenbedingte Veränderungen hinweisen, die rund um den Start des neuen Netzes zu Einschränkungen führen können. Dazu gehören unter anderem Auswirkungen durch die Sperrung der Ludwigstraße und der Kienlesbergstraße sowie die Bauphasen an der Adenauerbrücke.
Zum Betriebsstart selbst wird es außerdem zusätzliche Unterstützung vor Ort geben: An wichtigen Knotenpunkten, Umstiegshaltestellen und Schulzentren sollen in den ersten Tagen Lotsen eingesetzt werden, die Fahrgästen bei der Orientierung helfen und für einen möglichst reibungslosen Start des neuen gemeinsamen ÖPNV-Zielnetzes am 1. Januar 2027 sorgen.
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