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Bevölkerungsprognose 2040 für die Stadt Neu-Ulm

Wie viele Menschen werden in 10, 15 oder 20 Jahren in Neu-Ulm leben? Inwieweit wird die Stadt von Zuzug oder Wegzug geprägt? Welche Auswirkungen haben Zuzug und Wegzug auf den Ausbau von Krippen- und Kindergartenplätzen oder die Ausweisung neuer Baugebiete?

Antworten auf diese und ähnliche Fragen soll die im regelmäßigen Turnus fortgeschriebene Bevölkerungsprognose für die Stadt Neu-Ulm geben. Sie wurde, nach der erstmaligen Erarbeitung im Jahr 2000, nun bereits zum sechsten Mal vom Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik (SAGS) aus Augsburg grundlegend überarbeitet.

Die Prognose ermöglicht unter anderem Aussagen zur demografischen Entwicklung und zu Wanderungsbewegungen. Sie dient der Stadt in den kommenden Jahren als Grundlage für Planungen im Bereich der Daseinsvorsorge und der Siedlungsentwicklung.

Ergebnisse

Folgender Bericht bietet Ihnen zahlreiche Informationen und Grafiken zur Bevölkerungsentwicklung in Neu-Ulm:

Bericht Bevölkerungsprognose für die Stadt Neu-Ulm bis 2040 (PDF, 3.3 MB)

Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse

  • Neu-Ulm ist eine wachsende Stadt. Deutliche Wanderungsgewinne werden wegen der günstigen Arbeitsmarktsituation in Verbindung mit der verkehrsgünstigen Lage und der Bereitstellung von attraktiven Wohnraumangeboten auch in den nächsten Jahren erwartet.
     
  • Ende der 90er Jahre konnte die Abwanderung junger Familien gestoppt und eine Trendumkehr erreicht werden. Neu-Ulm ist auch für Familien ein attraktiver Wohnstandort.
     
  • Neu-Ulm wächst durch Zuwanderung. Vor allem Auszubildende, Studierende, junge Erwachsene und Familien sowie eine Vielzahl junger Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit ziehen nach Neu-Ulm. In den letzten Jahren sind auch bei älteren Berufstätigen bis 50 deutliche Zuwächse zu verzeichnen.
     
  • Zuzüge und Wegzüge vollziehen sich parallel. Im mehrjährigen Vergleich ergibt sich ein jährlicher Austausch von 8% bis 9% der Bevölkerung.
     
  • Bis zum Jahr 2016 stiegen die bayerischen Geburtenziffern gegenüber dem Anfang des Jahrzehnts um ein Sechstel an auf 1,56. Für die Stadt Neu-Ulm wurde im Jahr 2017 eine Geburtenziffer von 1,54 Kinder je Frau registriert. Die aktuelle Analyse lässt für Neu-Ulm einen weiteren Anstieg der Geburtenziffer erwarten. Im vor Coronajahr 2019 lag diese bei 1,66. Trotz der steigenden Tendenz liegen diese Zahlen weit unter der Geburtenziffer von 2,1, die theoretisch für eine Bestandserhaltung (ohne Wanderungsgewinne) notwendig wäre. Auffallend ist, dass die gebärenden Mütter im Durchschnitt immer älter werden.
     
  • Das Verhältnis der Generationen zueinander verändert sich in den nächsten Jahren wegen der angenommenen Zuwanderungen langsam, aber stetig. Von einer einsetzenden „Überalterung der Bevölkerung“ kann in der Stadt Neu-Ulm jedoch erst im Laufe des dritten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts gesprochen werden.
     
  • Deutlich wird der Anteil der Hochbetagten (über 80-Jährige) ansteigen.
     
  • Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit den beiden Lockdown-Phasen in 2020 ist vor allem die Zahl der Zuzüge in die Stadt Neu-Ulm spürbar zurückgegangen. Dadurch hat sich Für das Jahr 2020 erstmals seit vielen Jahren ein leicht negatives Wanderungssaldo eingestellt. Bei den Todesfällen ist es durch die Covid-19 mit 644 Sterbefällen im Jahr 2020 gegenüber 582 im Jahr 2019 zu einer leichten Übersterblichkeit gekommen.

Neu-Ulm wächst

Dargestellt ist die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung bis Ende 2020. Zu diesem Zeitpunkt zählte Neu-Ulm 59.893 Einwohner (ohne Zweitwohnsitze). Zum Ende dieses Jahrzehnts werden rund 68.000 Einwohnern in der Stadt leben. Zum Ende des nächsten Jahrzehnts wird mit über 70.000 Einwohnern zu rechnen sein. Ohne Zuwanderung würde Neu-Ulm schrumpfen.
 

Die Grafik zeigt eine ansteigende Kurve der Bevölkerungszunahme in Neu-Ulm. Ab dem Jahr 2020 verzweigt sich die Kurve in zwei Äste. Ast 1: Prognostiziert wir ein Bevölkerungswachstum durch Zuwanderung die Kurve steigt weiter an. Ast 2: Dargestellt ist eine fiktive Bevölkerungsentwicklung ohne Zuwanderung; eine horizontale Gerade bis Mitte der 2030er Jahre und danach ein leichtes Absinken der Kurve.
Entwicklung der Einwohner in der Stadt Neu-Ulm: tatsächliche und prognostizierte Entwicklung

Die Bevölkerungsentwicklung von Neu-Ulm im Vergleich

Noch Mitte der 90er Jahre nahm die Bevölkerung in Neu-Ulm ab, während der Landkreis Wanderungsgewinne erzielen konnte. Zu Beginn der Jahrtausendwende konnte dieser Trend gestoppt und umgekehrt werden. Teilweise waren die Bevölkerungszahlen im Landkreis rückläufig, während Neu-Ulm deutliche Wachstumsgewinne erzielen konnte. Nachdem im Jahr 2015 eine hohe Zuwanderung von Flüchtlingen nach Neu-Ulm zu verzeichnen war, gab es im Jahr 2016 eine negative Wanderungsbilanz durch Rück- und Weiterwanderungen dieser Personengruppe. Das leicht negative Saldo im Jahr 2020 ist auf die Corona-Pandemie zurück zu führen.
 

Die Grafik zeigt ein Balkendiagramm. Verglichen werden die Nettozu- bzw. die Nettoabwanderung zwischen der Stadt Neu-Ulm und dem Landkreis Neu-Ulm.
Entwicklung der Nettozuwanderung von 1995 bis 2020 in der Stadt Neu-Ulm und im Landkreis Neu-Ulm

Wie wächst Neu-Ulm?

Neu-Ulm wächst jung. Dafür sorgt vor allem das vielfältige Ausbildungs- und Studienangebot in der Region. Besonders zwischen 2009 und 2019 sind viele Familien nach Neu-Ulm gezogen, was sich an den Zuzügen der Altersgruppen 30–39 und 40–49 festmachen lässt. Seit 2016 nimmt auch der Anteil älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis 50 zu.
 

Die Grafik zeigt ein Balkendiagramm. Fünf Jahre werden jeweils zu einem Balken mit einer Farbe zusammengefasst. Begonnen wird mit den Jahren 1995 bis 1999 und fortfolgend bis 2019 bzw. 2020 als einzelnes Jahr. So ist ersichtlich, in welchen Altersgruppen Neu-Ulm in den letzten Jahren besondere Wachstumsgewinne erzielen konnte.
Wanderungsanalyse für die Stadt Neu-Ulm: Entwicklung der Nettozuwanderung nach Altersgruppen in den Jahren 1995–1999, 1999–2003, 2004–2007, 2009–2012, 2013–2015, 2016-2019 und 2020

Wo wächst Neu-Ulm?

Dort, wo in den nächsten Jahren Wohngebiete entwickelt werden, wächst Neu-Ulm kräftig. In Stadtgebieten mit geringen Baulandpotentialen bleibt die Einwohnerzahl stabil. Dargestellt ist die prozentuale Veränderung zwischen den Jahren 2020 und 2030. Die aktuelle Einwohnerzahl (Stand 31.12.2020) und die prognostizierte Einwohnerzahl für das Jahr 2030 sind für die einzelnen Prognosezellen ebenfalls ablesbar.
 

Die Darstellung zeigt eine Karte des Stadtgebietes von Neu-Ulm. Das Stadtgebiet ist in Zellen aufgeteilt. In jeder dieser Zellen ist die aktuelle Gesamteinwohnerzahl und die prognostizierte Einwohnerzahl für das Jahr 2030 eingetragen. Unterschiedliche Farben stehen für unterschiedlich starkes Wachstum. Dadurch entsteht ein buntes Kartenbild. Beispiele für stark wachsende Bereiche sind Neu-Ulm, Vorfeld und Wiley-Nord mit einem Wachstum größer als 122 %. Beispiele für stagnierende oder leicht rückläufige Gebiete sind Offenhausen Mitte, Ludwigsfeld West und Ludwigsfeld Süd.
Veränderung der Gesamteinwohnerzahl von Ende 2020 bis 2030 in Prozent. Vorsicht bei der Interpretation ist in Gebieten mit kleinen Einwohnerzahlen geboten. Schon geringe absolute Veränderungen führen hier zu starken prozentualen Änderungen.

Quelle:
Alle Grafiken entstammen dem Bericht „Bevölkerungsprognose für die Stadt Neu-Ulm bis 2040“, SAGS, Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik, Augsburg 2021.

Kontakt

Auskünfte zur Bevölkerungsprognose:

Raimund Heckmann
Dezernat 3, Abteilung Stadtplanung
DG 3, 4. Stock
Tel. (0731) 7050-3103
Fax (0731) 7050-3199
E-Mail: r.heckmann@neu-ulm.de

Stadt Neu-Ulm
Augsburger Straße 15
89231 Neu-Ulm