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Ein bewegtes Leben: Alois Hummel aus Neu-Ulm feiert 100. Geburtstag

Neu-Ulms dritte Bürgermeisterin Gerlinde Koch überbrachte Alois Hummel zu seinem 100. Geburtstag die besten Glückwünsche.
26. Januar 2026 – Am Freitag, 23. Januar 2026, feierte Alois Hummel aus Neu-Ulm seinen 100. Geburtstag. Neu-Ulms dritte Bürgermeisterin, Gerlinde Koch, überbrachte dem Jubilar Blumen, Geschenke und die herzlichsten Glückwünsche der Stadt.
Alois Hummel wurde am 23. Januar 1926 in Stegen bei Freiburg geboren und wuchs als eines von sechs Kindern unter schwierigen Verhältnissen nahe Bonndorf im Hochschwarzwald auf. Nach dem frühen Tod des Vaters musste Alois Hummel früh Verantwortung übernehmen. Bereits im Alter von zehn Jahren arbeitete er auf einem Bauernhof in rund zehn Kilometern Entfernung. Mit 14 Jahren begann er seine Tätigkeit bei der Eisenbahn, wo er sich um die Instandhaltung der Bahnlinien im Schwarzwald kümmerte.
1944 wurde Alois Hummel mit 18 Jahren zum Kriegsdienst nach Russland eingezogen. Die belastenden Erlebnisse, darunter die russische Gefangenschaft, hinterließen tiefe Spuren. Bis heute spricht er kaum über diese Zeit, wie einer seiner Söhne berichtet. Nach Ende der Gefangenschaft machte sich Alois zu Fuß auf den Heimweg. Unterwegs in Tannheim bei Memmingen wurde er aufgrund seiner Unterernährung bei einem Bauern aufgenommen. Dort blieb er einige Jahre und lernte seine zukünftige Frau Mathilde kennen.
1954 heirateten die beiden und zogen nach Neu-Ulm in die Bahnhofstraße, wo sie mit ihren drei Söhnen in einer kleinen Zweizimmerwohnung lebten. 1966 konnten sie ihr eigenes Häuschen in Ludwigsfeld beziehen, das sie mit viel Eigenleistung errichteten. Anfangs war die finanzielle Belastung groß: Ein Auto, ein Fernseher oder gar ein Urlaub waren lange Zeit nicht möglich.
Alois Hummel arbeitete viele Jahre als Zugführer bei der Eisenbahn. Mit Mitte 50 ging er in Pension, als seine Frau Mathilde krank wurde. Er betreute sie liebevoll bis zu ihrem Tod 2013 im Alter von 93 Jahren.
In seiner Pension entdeckte Alois Hummel eine neue Leidenschaft: das Laufen. Bis ins hohe Alter nahm er an unzähligen Volksläufen sowie an über 100 Marathons und Halbmarathons teil – darunter der Einsteinmarathon in Ulm, der Marathon in Athen und Veranstaltungen in vielen weiteren Ländern.
Eine weitere große Leidenschaft des Jubilars ist Südtirol. Mit Mitte 50 machte er dort erstmals Urlaub und kehrte jedes Jahr mindestens einmal zurück – zunächst allein, später mit seinen Söhnen. Zusammen mit der katholischen Kirche in Ludwigsfeld initiierte der gebürtige Freiburger eine Spendenaktion, durch die abgelegene Bauernhöfe in Südtirol einen Stromanschluss erhielten.
Trotz vieler Entbehrungen in Kindheit und Krieg blickt Alois Hummel heute dankbar auf ein bewegtes Leben zurück. Halt und Erfüllung fand er in seiner Frau, seiner Familie sowie in der Leidenschaft für das Laufen und für Südtirol.
Der Jubilar hat drei Söhne, sechs Enkelkinder und zwei Urenkel und lebt in seinem Haus in Ludwigsfeld, unterstützt von seiner Familie und einer Pflegerin. Seinen 100. Geburtstag feierte er zuhause im Kreise der Familie.
