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Maßnahmen gegen Saatkrähen starten

Bäume mit zahlreichen Saatkrähen-Nester

In Neu-Ulm gibt es mittlerweile sehr viele Saatkrähen, vor allem rund um die Schwabenstraße.

29. Januar 2026  –  Die Stadt Neu-Ulm startet ab Montag, 2. Februar, mit gezielten Vergrämungsmaßnahmen gegen die stark angewachsene Saatkrähen-Population im Stadtgebiet.

Im Mittelpunkt steht zunächst die Hauptkolonie in der Schwabenstraße. Ziel der Maßnahmen ist es, die erheblichen Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner, insbesondere durch Lärm und Verschmutzungen während der Brutzeit im Frühjahr, zu reduzieren und gleichzeitig den artenschutzrechtlichen Vorgaben gerecht zu werden.

Seit 2020 zunehmende Belastung im Stadtgebiet

Die Konfliktlage rund um die Saatkrähen besteht in Neu-Ulm seit dem Jahr 2020. Die besonders geschützte Vogelart nutzt den Siedlungsraum zunehmend als Brutgebiet. Zuletzt wurden im Stadtgebiet rund 460 Brutpaare erfasst, davon knapp 400 in der Hauptkolonie entlang der Schwaben-, Martin-Luther- und Schillerstraße sowie rund 60 Brutpaare in sogenannten Splitterkolonien. Splitterkolonien befinden sich im Bereich des Rathauses und des Johannesplatzes im Stadtzentrum, auf dem Gelände des ehemaligen Barfüßers, am Kinderhaus Zauberwald und in der Offenhauser Straße. 

Die Situation stellt für viele Anwohnerinnen und Anwohner eine erhebliche Belastung dar. Gleichzeitig stehen wir in der Verantwortung, Lösungen zu finden, die rechtlich zulässig und fachlich sinnvoll sind“, betont Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger. „Deshalb setzen wir auf ein abgestimmtes Maßnahmenpaket, das sowohl den Schutz der Menschen als auch den Artenschutz berücksichtigt.“

Beschlossenes Maßnahmenpaket des Stadtrats

Der Planungs- und Umweltausschuss des Neu-Ulmer Stadtrats hat beschlossen, ein umfassendes Saatkrähen-Management umzusetzen. Dieses basiert auf einem Maßnahmenmix, da einzelne Maßnahmen erfahrungsgemäß nicht ausreichend wirksam sind.

Zum Paket gehören:

  • Entfernung bestehender und neu gebauter Nester in öffentlichen Bäumen,
  • Einsatz eines erfahrenen Falkners mit Greifvögeln,
  • akustische Vergrämung durch ein fernsteuerbares System („BirdGuard“), das gezielt in Kombination mit dem Greifvogel eingesetzt wird,
  • Anbringen von Nistkästen für Falken zur Förderung natürlicher Störeffekte
  • Einrichtung eines städtischen Meldeportals für neue Ausweichstandorte
  • bedarfsweise Gehweg- und Schulhofreinigungen 
  • begleitende Öffentlichkeitsarbeit.

Die Entfernung der Bestandsnester läuft bereits.

Falkner ab Februar im Einsatz

Kern der aktuellen Maßnahmen ist der Einsatz eines spezialisierten Falkners. Ab Montag, 2. Februar 2026, sind der Falkner Leo Mandlsperger und eine Mitarbeiterin (Pfaffenhofen an der Glonn) im Neu-Ulmer Stadtgebiet im Einsatz. Eingesetzt werden selbst gezüchtete Wüstenbussarde (Parabuteo unicinctus) mit den Namen Fips und Gonzo. Zum Auftakt wird voraussichtlich Fips im Einsatz sein.

Die Greifvögel zeigen gezielt Präsenz an den bekannten Brut-Standorten, um Nestbau und Eiablage frühzeitig zu verhindern. Ergänzend patrouilliert der Falkner im Stadtgebiet, um mögliche neue Ansiedlungen rasch zu erkennen und bei Bedarf einzugreifen. Die Einsätze erfolgen flexibel und situationsabhängig. 

Langfristiger Ansatz erforderlich, Bürger können Aufenthalts- oder Brut-Standorte melden

„Uns ist bewusst, dass es keine schnelle Lösung gibt“, so Oberbürgermeisterin Albsteiger weiter. „Nur mit einem mehrjährigen Vorgehen und der Unterstützung der Bürgerschaft können wir erreichen, dass sich die Situation dauerhaft entspannt.“

Da Saatkrähen eine starke Bindung an ihre Brutplätze haben (fachlich: hohe Standorttreue) und in Kolonien brüten, ist ein nachhaltiger Erfolg nur mit konsequenten und langfristigen Maßnahmen zu erwarten. Die Stadt Neu-Ulm bittet die Bevölkerung daher um Unterstützung, insbesondere durch Hinweise auf neue Aufenthalts- oder Brutstandorte über das Meldeportal, das auf der Website der Stadt Neu-Ulm unter neu-ulm.de/digitalesamt im Bereich „Umwelt & Tiere“ aufrufbar ist:

Zum Online-Formular: Saatkrähen-Standort melden (formulare.neu-ulm.de)