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Ehepaar Stark aus Burlafingen feiert 60. Hochzeitstag
8. Januar 2026 – Anna und Franz Stark aus Neu-Ulm haben vor Kurzem ihre Diamantene Hochzeit gefeiert. Zu diesem besonderen Jubiläum gratulierte auch Neu-Ulms 2. Bürgermeister Johannes Stingl in Vertretung von Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger. Neben den herzlichsten Glückwünschen überbrachte er dem Ehepaar auch Blumen und Geschenke.
Beide Eheleute stammen aus Sanktmartin im heutigen rumänischen Kreis Arad im Banat. Ihre Familien gehören zu den Banater Franken mit fränkischen Wurzeln. In Sanktmartin sind Anna und Franz Stark gemeinsam aufgewachsen und haben sich dort auch näher kennengelernt. Ein besonderer Pluspunkt war dabei das musikalische Talent von Franz Stark, der Trompete spielte und so schnell Annas Herz gewann.
Die Lebensumstände in Rumänien waren für beide Familien nach dem Zweiten Weltkrieg schwierig. Nach Plünderungen durch die Rote Armee und Enteignungen durch das sozialistische Regime mussten sie ihre wirtschaftliche Existenz von Grund auf neu aufbauen. Franz Stark, gelernter Schlosser, eröffnete eine eigene Schlosserei, in der auch seine Frau tatkräftig mitarbeitete. Er gehörte damit zu den wenigen selbstständigen Schlossern im sozialistischen Rumänien und war immer wieder Repressionen durch die Behörden ausgesetzt. Besonders belastend empfand das Ehepaar die Mangelwirtschaft: Zwar habe man Geld verdient, „doch man konnte sich dafür kaum etwas kaufen“, erinnern sie sich.
Anfang der 1980er-Jahre besuchten beide unabhängig voneinander Verwandte in Deutschland, entschieden sich jedoch zunächst bewusst dafür, weiterhin in ihrer Heimat zu bleiben. Erst als es massive Probleme mit der Schulausbildung ihrer Tochter gab – die deutsche Abteilung wurde geschlossen und ein Wechsel in die rumänische Abteilung der Schule verweigert – reifte der Entschluss zur Ausreise. Diese wurde heimlich vorbereitet. Die Schlosserei wurde stillgelegt, das Ehepaar schulte um und eröffnete übergangsweise eine Strickerei für Kinderkleidung als Teil einer Kooperative. Anna Stark konnte schließlich 1983 nach Deutschland ausreisen, Franz Stark folgte 1984 gemeinsam mit den Kindern.
In Deutschland begann für beide ein neuer Lebensabschnitt. Anna Stark arbeitete zunächst bei der Firma Merckle und später als Hausmeisterin beim Siedlungswerk. Franz Stark war ebenfalls als Hausmeister tätig und verwaltete die Gebäude der Deutschen Krankenversicherung. Da die betreuten Objekte nahe beieinander lagen, konnten sich die Eheleute gegenseitig bei ihrer Arbeit unterstützen.
Ein 1988 in Elchingen erworbenes Haus wurde zunächst überwiegend von den Kindern genutzt, da das Ehepaar in einer Dienstwohnung in Ulm lebte. Im Jahr 2000 bauten Franz und Anna Stark schließlich ihr heutiges Haus in Burlafingen und zogen dorthin um. Anna Stark widmet sich dort bis heute mit viel Liebe ihrem Garten.
Franz Stark ist ein echtes Multitalent: Er hat gemalt, musiziert und brachte sich kürzlich sogar selbst das Vergolden bei. Beide teilen die Liebe zum Tanzen und zum Theater und gehen auch heute noch regelmäßig zum Kegeln.
Zu ihrer Familie gehören neben ihren zwei Kinder auch vier Enkelkinder und ein Urenkel. Auf die Frage nach dem Geheimnis ihrer langen Ehe verweist Franz Stark auf den gemeinsamen Weg, den sie trotz zahlreicher Herausforderungen stets Seite an Seite gegangen sind. Nach einem bewegten Leben mit Neuanfängen, Entbehrungen und großen Entscheidungen sagt er lächelnd: „Ich würde sie wieder heiraten“ – und schließt seine Frau Anna dabei liebevoll in die Arme.

